Kindergeld für Kinder ab 18 Jahren: Worauf Sie achten müssen

(Symbolfoto: pixa)

Neustadt adW – Grundsätzlich haben Eltern minderjähriger Kinder, also Kinder unter 18 Jahren, Anspruch auf Kindergeld – und unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zum 25. Lebensjahr Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) erklärt, worauf es ankommt.

Für das erste und zweite Kind erhalten die Eltern seit dem 1. Januar 2021 monatlich 219 Euro. Für das dritte Kind erhöht sich das Kindergeld auf 225 Euro, für jedes weitere Kind sind es 250 Euro. Möglicherweise entscheidet die neue Bundesregierung über Erhöhungen für 2022.

Kindergeld bis zum 25. Geburtstag

Eltern erhalten bis zum 25. Geburtstag ihres Kindes Kindergeld, wenn …

  • … das Kind beruflich ausgebildet wird oder studiert – auch während der Zweitausbildung oder des Zweitstudiums.
  • … das Kind auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz warten muss.
  • … das Kind einen Freiwilligendienst wie das Freiwillige Soziale Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst leistet.
  • … das Kind zwischen zwei Trainingsphasen eine Pause von maximal vier Monaten einlegt. Die Familienkasse spricht von einer „Pflichtpause“ oder einer „Übergangsfrist“.

Erstausbildung: Anspruch auf Kindergeld auch bei Nebenjob

Ein Beispiel: Das Kind ist über 18 Jahre alt und noch keine 25 Jahre alt, hat ein Erststudium und arbeitet nebenbei in einem Café, um sich etwas dazuzuverdienen. Dann – nämlich wenn die erste Berufsausbildung des Kindes ein Studium ist – haben die Eltern immer Anspruch auf Kindergeld. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel Geld das Kind in einem Nebenjob verdient.

Zweite Ausbildung: Nur eingeschränkter Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht

Absolviert das Kind eine zweite Berufsausbildung, darf es in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten – die Eltern erhalten dann weiterhin Kindergeld für das Kind. Arbeitet er mehr als 20 Stunden pro Woche, gilt die Teilzeitbeschäftigung als Haupttätigkeit, sodass kein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Übrigens: Beginnt das Kind unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss eines Bachelorstudiums ein geeignetes Masterstudium, gilt dies in der Regel nicht als zweite Berufsausbildung, sondern bleibt Bestandteil der Erstausbildung. Die Folge: Das Kind kann ein paar oder viele Stunden nebenbei arbeiten, die Eltern haben weiterhin Anspruch auf Kindergeld.

Kein Anspruch auf Kindergeld: Zu große Lücke zwischen Erst- und Zweitausbildung

Liegen zwischen dem Abschluss der ersten Ausbildung und dem Beginn der zweiten Ausbildung des Kindes mehr als vier Monate, haben Eltern für diese Monate keinen Anspruch auf Kindergeld.

Für die Familienleistungen sind zwei Zeitpunkte ausschlaggebend: der Abschluss der ersten Ausbildung und der Beginn der zweiten. Die erste Schulung gilt für die Familienkasse als abgeschlossen, wenn die Bescheinigung schriftlich vorliegt und beispielsweise über ein Online-Portal heruntergeladen werden kann – und nicht erst, wenn das Kind die Bescheinigung tatsächlich abholt.

Aus Sicht der Familienleistungen beginnt die zweite Ausbildung mit dem eigentlichen Ausbildungsbeginn. Für ein Studium bedeutet dies, dass nicht der Zeitpunkt der Bewerbung oder Immatrikulation entscheidend ist, sondern der Besuch von Seminaren und Vorlesungen.

Nur wenn dieser Zeitraum zwischen dem Ende der ersten und dem Beginn der zweiten Ausbildung kürzer als vier Monate ist, gilt sie als „Übergangszeit“ und die Eltern haben Anspruch auf Kindergeld.

Aktuelles BFH-Urteil: Anspruch auf Kindergeld auch für den Zeitraum der Antragstellung

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) kann die Familienkasse den Eltern auch für die Zeit, in der sich das Kind um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bewirbt, Kindergeld auszahlen. Dies ändert nichts an der Berechnung der Übergangsfrist (BFH-Urteil vom 07.07.2021, Aktenzeichen III R 40/19).

Damit wird die Meinung eines früheren Urteils bestätigt, dass der Antrag unter die Wartezeit fallen kann – im Falle eines erfolgreichen Antrags wird die Zeit sogar mitgerechnet.

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