Kasseler Professor wegen Internetangriffen gegen freigesprochene Homosexuelle beschuldigt ⋆ Nürnberger Blatt

Die Justitia - ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit
Die Justitia – ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit

In der Gerichtsverhandlung gegen einen Universitätsprofessor, der angeblich in einem Interview mit einem katholischen Internetportal gegen Homosexuelle aufstachelte, sprach das Landgericht Kassel den Angeklagten am Dienstag frei. Die Kammer hob das Urteil des Bezirksgerichts wegen Beleidigung auf, sagte ein Gerichtssprecher der Nachrichtenagentur AFP. In dem im Juli 2017 veröffentlichten Interview beschuldigte der 66-Jährige Homosexuelle angeblich einer grundsätzlichen Tendenz zum sexuellen Missbrauch von Kindern unter Bezugnahme auf angebliche „biowissenschaftliche Fakten“.

Der Mann soll homosexuelle Paare als “sterile, asexuelle erotische Duos ohne Fortpflanzungspotential” beschrieben haben. Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben, sollen „erbärmliche Befruchtungsprodukte“ sein, deren Erziehung durch „unnatürliche frühe Sexualisierung“ in Form von „intellektueller Vergewaltigung“ erfolgt.

In Bezug auf die Adoptionsrechte gleichgeschlechtlicher Paare soll der 66-Jährige gesagt haben: “Sollte das Adoptionsgesetz für erotische Vereinigungen von Mann, Mann oder Frau und Frau gelten, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und das schwerste Kind Missbrauch kommt. “

Die Homo-Ehe eröffnet “ein mögliches Horror-Kinderschänder-Szenario, über das man nicht weiter nachdenken möchte – die Ehe für alle drei wird dann kommen. Da lesbische Frauen eher zur Pädophilie neigen, gibt es ähnliche Probleme.”

Die Anklage beschuldigte den 66-Jährigen, zumindest die Tatsache zu billigen, dass seine Aussagen Homosexuelle im Allgemeinen und gleichgeschlechtliche Paare im Besonderen in Bezug auf ihren Respekt vor heterosexuellen Mitmenschen als ungleiche Personen herabsetzen und verletzen sollten. Dies gilt insbesondere unter Bezugnahme auf angebliche wissenschaftliche Erkenntnisse.

Das Landgericht folgte dieser Argumentation nicht. Das Amtsgericht Kassel verurteilte den 66-Jährigen im August 2020 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro. Das Amtsgericht Kassel lehnte mit seiner Entscheidung am Dienstag die Berufung der Staatsanwaltschaft ab.

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