Juden haben die deutsche Geschichte mitgeschrieben und geprägt ⋆ Nürnberger Blatt

Frank-Walter Steinmeier – Bild: Bundesregierung / Steffen Kugler

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete im Rahmen einer Zeremonie in der Kölner Synagoge das Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Juden schrieben und prägten die deutsche Geschichte; Das Judentum habe einen entscheidenden Beitrag zum Beginn der deutschen Moderne geleistet, sagte Steinmeier am Sonntag laut Sprachmanuskript. Gleichzeitig drängte er darauf, sich dem Antisemitismus zu widersetzen.

Steinmeier sagte, dass ein Blick auf 1700 Jahre Geschichte ein ehrlicher sein muss. Juden wurden fast immer als Fremde angesehen, zumindest als andere. “Die Geschichte der Juden in Deutschland ist geprägt von Emanzipation und Wohlstand, aber auch von Demütigung, Ausgrenzung und Entrechtung.”

Nach der Ermordung von Millionen europäischer Juden gibt es in Deutschland wieder jüdisches Leben. “Was für ein unermessliches Glück für unser Land!” Sagte Steinmeier. Das jüdische Leben ist heute vielfältig, vielfältig, lebendig und voller Energie. Aber es ist immer noch bedroht: “Ja, noch mehr bedroht in einer Zeit, in der der Antisemitismus viel offener ist, in der ein von Hass getriebener Attentäter eine voll besetzte Synagoge angreift, und das am höchsten jüdischen Feiertag.”

Er möchte nicht nur ein klares Geständnis, “dass Juden in Deutschland ein Teil von uns sind, ein Teil unseres gemeinsamen Wir”, sagte Steinmeier. Vielmehr muss es auch entschieden gegen diejenigen sein, “die dies immer noch oder erneut in Frage stellen”.

Der Präsident der Konferenz der europäischen Rabbiner und Oberrabbiner in Moskau, Pinchas Goldschmidt, erklärte: „Dieses besondere Festjahr sollte auch eine Gelegenheit sein, nach vorne zu schauen und für eine nachhaltige Zukunft des jüdischen Lebens in ganz Europa einzutreten.“ Wenn Europa seine Überreste will Wenn Juden bleiben würden, müssten die Rechte religiöser Minderheiten und die Möglichkeit, ihren Glauben frei auszuüben, gewährleistet sein, wie dies beispielsweise in Deutschland und Österreich der Fall ist.

Die deutschen Rabbiner Avichai Apel aus Frankfurt, Zsolt Balla aus Leipzig und Yehuda Puschkin aus Stuttgart gaben im Namen des Vorstands der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland bekannt, dass das Festivaljahr eine sehr angenehme Veranstaltung war. “Gerade in diesen Tagen, in denen Antisemitismus, Hass auf Juden und andere Minderheiten wieder sozialverträglich zu werden drohen, ist dies ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass das jüdische Leben in diesem Land floriert und ein integraler, natürlicher und lebendiger Bestandteil unseres Landes ist . “

Aber viele Deutsche hatten bisher wenig oder gar keinen Kontakt zum jüdischen Leben. Die drei Rabbiner möchten, dass das Festivaljahr trotz Corona “beiden Seiten hilft, viel mehr voneinander zu lernen und voneinander zu lernen, und am Ende des Jahres wird festgestellt, dass sie genauso normale Menschen sind wie wir.” . “

Integrationskommissarin Annette Widmann-Mauz (CDU) erklärte, dass das jüdische Leben nach 1.700 Jahren „lebendig, vielfältig und ein wesentlicher Bestandteil unseres Landes“ sei. Dies ist ein Grund zum Feiern, aber auch ein Moment der Demut und Dankbarkeit. Umso größer ist die Schande, dass die antisemitischen Verbrechen im Jahr 2020 erneut zugenommen haben. “Auch 76 Jahre nach der Shoah müssen wir alles tun, um für Zusammenhalt und Vielfalt in unserem Land zu sorgen und Antisemitismus und Rassismus entschlossen zu bekämpfen.”

Das Veranstaltungsprogramm für das Jubiläumsjahr soll in den kommenden Monaten die Öffentlichkeit für die deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart in ganz Deutschland sensibilisieren. Die Veranstaltungen sollen auch ausdrücklich dem wachsenden Antisemitismus entgegenwirken. Bundespräsident Steinmeier ist der Schirmherr des Jubiläumsjahres.

Dies erinnert an ein Ereignis im Jahr 321: Damals erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das es Juden ermöglichte, Gemeindebüros in Köln zu übernehmen. Das Zertifikat gilt als ältester Beweis für die Existenz des jüdischen Lebens in Deutschland.

Das Jubiläumsjahr begann mit einer digitalen Zeremonie in Köln. Wegen der Pandemie gab es kein Publikum. In den kommenden Monaten sind bundesweit rund 1000 Veranstaltungen und Projekte geplant.

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