Interne Parteikritik an Maassens Nominierung zum CDU-Bundestagskandidaten ⋆ Nürnberger Blatt

CDU – Bild: CDU / Tobias Koch

Die Ernennung des ehemaligen Präsidenten des Amtes für den Schutz der Verfassung, Hans-Georg Maaßen, zum CDU-Kandidaten für den Bundestag in Thüringen hat in der Partei Besorgnis und Irritation ausgelöst. “Hans-Georg Maaßen ist eine Randfigur im demokratischen Spektrum, mit der die meisten Christdemokraten wenig gemeinsam haben”, sagte CDU-Bundesvorstand Karin Prien gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe). Der Bildungsminister von Schleswig-Holstein warnte, dass Maaßen auch “dem Erfordernis einer nicht verhandelbaren Abgrenzung von der AfD – insbesondere nach seiner Ernennung” unterliegt.

Der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der Union, Thorsten Frei, sagte, dass “auch nachdrücklich konservative Positionen, wie sie von Hans-Georg Maaßen vertreten werden, in der CDU ein Zuhause finden könnten”. Jeder Kandidat muss jedoch in eine „höhere Gesamtlinie“ der Partei passen, zu der auch gehört, dass „keine Zusammenarbeit mit der AfD besteht“.

Scharfe Kritik kam von der linken Führerin Susanne Hennig-Wellsow. “Die CDU hat aus dem Ausbruch des Staudamms in Erfurt nichts gelernt”, sagte sie den Funke-Zeitungen im Hinblick auf die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum kurzfristigen Ministerpräsidenten in Thüringen mit Stimmen der CDU und der AfD im Februar 2020.

Maassens Aufstellung war “eine rote Linie”, erklärte Hennig-Wellsow. „Die Firewall rechts ist weg. Maassen ist Höcke in drei Teilen. In Südthüringen wird es jetzt ein Rennen um den rechten Rand geben. “”

Maassen wurde von vier CDU-Bezirksverbänden mit großer Mehrheit als direkter Kandidat für die Bundestagswahl im September bei einem Repräsentantentreffen in Suhl am Freitagabend nominiert. Der umstrittene ehemalige Präsident des Amtes für den Schutz der Verfassung ist seit langem in den rechten Flügel der CDU involviert, er ist Mitglied der besonders konservativen Werteunion und befürwortet einen harten Kurs in der Migrationspolitik.

Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Maaßen leitete von 2012 bis 2018 das Bundesamt für Verfassungsschutz. 2018 geriet er unter Beschuss, nachdem er Aussagen zu rechtsextremistischen Unruhen in Chemnitz relativiert hatte. Er wurde schließlich als Leiter des Verfassungsschutzes abgelöst, als er später auch von “linksradikalen Kräften” in der SPD sprach.

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