Internationales Forschungsteam untersucht Tiergeräusche im Ozean während der Koronakrise ⋆ Nürnberger Blatt

Ozean – Bild: Barefoot_Traveller über Twenty20

Ein internationales Forscherteam nutzte den Rückgang der Schifffahrt während der Koronapandemie, um den Geräuschen der Weltmeere zu lauschen. Wie die Leiter des IQOE-Projekts (International Quiet Ocean Experiment) am Donnerstag erklärten, möchten sie die Auswirkungen von menschlichem Lärm auf wild lebende Tiere im Ozean untersuchen.

Der Rückgang der Reisen und der wirtschaftliche Abschwung infolge der Pandemie schufen einen “einzigartigen Moment” für die Forscher: “Die Covid-19-Pandemie war ein unvorhergesehenes Ereignis, das den Geräuschpegel stärker reduzierte, als wir es uns von freiwilligen Lärmreduzierungen erhofft hätten. “sagte der Initiator des Projekts, Jesse Ausubel von der Rockefeller University.

Mit Hilfe von Unterwassermikrofonen, sogenannten Hydrophonen, zeichnen die Forscher Signale aus Hunderten von Kilometern Entfernung auf. Sie können zuhören, wenn Wale und andere Meerestiere miteinander kommunizieren. Die Tiere navigieren mit Geräuschen und Geräuschen durch die Tiefen der Ozeane. Bisher wurden weltweit 200 Hydrophone für das Projekt verwendet, bald werden es 500 sein.

Obwohl frühere Studien einen Zusammenhang zwischen vom Menschen verursachtem Lärm in den Ozeanen und dem Verhalten von Tieren fanden, sind die genauen Zusammenhänge noch unbekannt. Die Forscher wollen unter anderem herausfinden, “wo im Ozean gefährdete Tiere Schallpegeln ausgesetzt sein können”, die schädliche Auswirkungen haben, sagte Peter Tyack, der als Professor für marine Säugetierbiologie an dem Projekt arbeitet.

Ziel des internationalen Projekts, an dem Teams aus New Hampshire, Bremerhaven und St. Andrews in Schottland arbeiten, ist es, Daten zu Unterwasserlärm in einem offenen Archiv zu sammeln. Die Forscher haben das Jahr 2022 zum “Jahr des stillen Ozeans” gewählt – in der Hoffnung, bis dahin mehr über die Unterwasserwelt herauszufinden.

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