In der Maskenaffäre sollten deutlich höhere Provisionen fließen ⋆ Nürnberger Blatt

FFP2-Maske – Bild: Fun_Travel über Twenty20

Medienberichten zufolge sollten CSU-Politiker und mehrere Geschäftsleute insgesamt fünf bis sechs Millionen Euro als Kommission für die Bereitstellung von Schutzmasken für Ministerien erhalten. Dies war das Ergebnis von Forschungen des NDR, des WDR und der “Süddeutschen Zeitung”. Ein Teil des Geldes dürfte in der Karibik oder bei einer Bank in Liechtenstein sein, wie das Forschungsnetzwerk am Dienstagabend berichtete.

Alle Lieferungen stammten von einem Textilunternehmen in Hessen, das Provisionen an ein Unternehmen in der Karibik gezahlt haben soll. Die Gesamtgröße des Geschäfts ist unbekannt. Allein das bayerische Gesundheitsministerium soll 3,5 Millionen Schutzmasken zu einem Preis von jeweils knapp vier Euro gekauft haben. Weitere Lieferungen erfolgten an das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesinnenministerium. Die Masken wurden aus Steuereinnahmen bezahlt.

Neben dem ehemaligen CSU-Mitglied Georg Nüßlein und dem ehemaligen bayerischen Justizminister Alfred Sauter sollen laut Forschungsverband drei weitere Teilnehmer vom Maskenverkauf profitieren. Nüßlein ist inzwischen aus der CSU und Sauter aus der CSU-Fraktion ausgetreten. Beide weisen die Vorwürfe jedoch zurück.

Bei den anderen Beteiligten handelt es sich Berichten zufolge um einen ehemaligen Industriemanager, einen ehemaligen CSU-Junior und einen Anwalt. Der Gesamtbetrag von fünf bis sechs Millionen Euro sollte zu etwa gleichen Teilen an die Vermittler fließen. Wie viel tatsächlich bereits geflossen war, ist laut NDR, WDR und “SZ” unklar.

Ein Unternehmen, das den Kindern von Sauters zugeschrieben wird, soll 1,2 Millionen Euro erhalten haben. Der ehemalige CSU-Abgeordnete Nüßlein soll über seine Beratungsfirma 660.000 Euro erhalten haben. Eine zweite Tranche von 540.000 Euro wurde von einer verdächtigen Bank in Liechtenstein gestoppt, die Staatsanwaltschaft in München untersucht und der Deal abgeblasen.

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