Hausärztekammer bittet Impfwillige um Geduld nach Aufhebung der Priorisierung ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: 9_fingers_ via Twenty20

Nachdem die Priorisierung einzelner Bevölkerungsgruppen für Corona-Impfungen eingestellt wurde, klagten Ärzte und Verbände über einen eklatanten Impfstoffmangel. „Auch heute ist die Impfmenge für die hohe Nachfrage noch zu gering“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausarztverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). “Wenn weniger geliefert wurde als bestellt, müssen wir sogar noch einmal Termine verschieben.”

Weigeldt bat die Impfwilligen um Geduld. „Die Hausärzte können nur das schmähen, was da ist“, sagte er. Frust und Enttäuschung über ein eventuelles Terminchaos seien verständlich, aber bei Hausärzten „definitiv an der falschen Adresse“.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisierte die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen in das Impfprogramm. “Mit dem Versprechen, dass ab heute alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren einen Impftermin bekommen können, hat die Politik falsche Erwartungen geweckt”, sagte KBV-Geschäftsführer Andreas Gassen dem RND. Versprochen wird ein erweitertes Impfangebot, für das es keinen zusätzlichen Impfstoff gibt.

Seit der Aufhebung der Priorisierung am Montag können alle hier lebenden Menschen ab zwölf Jahren einen Impftermin beantragen. Etwas weniger als die Hälfte der Gesamtbevölkerung hat bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Etwa ein Fünftel ist vollständig geimpft.

Auch in den Fabriken startete am Montag die Impfkampagne. Die Nachfrage der 6300 teilnehmenden Betriebsärzte sei enorm, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Betriebs- und Betriebsärzte, Wolfgang Panter. Er verwies aber auch auf die derzeit begrenzten Mengen an Impfstoffen. “Wir müssen die Leute um Geduld bitten”, betonte Panter.

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