Hanau-Angriff: “Sie haben meinen Sohn wie einen Verbrecher behandelt”

(Symbolfoto: nex24)

Fast ein Jahr nach dem Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem ein psychisch kranker Mann neun Menschen mit Migrationshintergrund tötete und dann seine Mutter und er selbst, Überlebende und Verwandte der Opfer Vorwürfe gegen die Polizei erhoben.

Der 19-jährige Piter Minnemann, der zu Gast in einer Bar war, in der der Attentäter mehrere Menschen erschossen hat, berichtet ZEITmagazinIn der Nacht des Angriffs bat ihn die Polizei, zu einer mehr als drei Kilometer entfernten Polizeistation zu gehen, um sein Zeugnis abzugeben. “Zu dieser Zeit war der Täter noch auf der Flucht”, sagte Minnemann.

Der 46-jährige Armin Kurtovic, dessen Sohn Hamza bei dem Angriff erschossen wurde, beschwert sich ebenfalls über die Polizeiarbeit in dieser Nacht. “Sie behandelten meinen Sohn wie einen Verbrecher, als wäre es ein Verbrechen in der Gemeinde”, sagt Kurtovic. Er und seine Familie wurden erst Stunden nach dem Verbrechen über den Tod ihres Sohnes informiert und erhielten erst einige Tage später Zugang zu seinem Körper. Darüber hinaus sagten mehrere Angehörige von Opfern, sie seien in den Monaten nach dem Anschlag von der Polizei als Teil einer Ansprache an die Drohungen gerufen und vor Straftaten gewarnt worden.

Seit im Dezember 2020 bekannt wurde, dass der Vater des Täters seinen Sohn für unschuldig hielt und seinen Sohn zurückkehren ließ, befürchteten einige der Verwandten und Überlebenden erneute Gewalt. “Wir leben weniger als zwei Minuten zu Fuß vom Vater des Täters entfernt”, sagt Mirkan Unvar, 20, dessen Bruder Ferhat Unvar bei dem Angriff getötet wurde.

„Was ist die Motivation dahinter, wenn jemand die Waffen zurückerobert? Und was muss ein Mann verlieren, dessen Frau und einziger Sohn tot sind? Sagte Unvar. Der Überlebende Piter Minnemann äußerte sich ebenfalls besorgt: „Ich muss in Angst leben, wenn ich weiß, dass mein Vater dasselbe tut.“ Minnemann ist zusammen mit anderen Opfern an der „Initiative vom 19. Februar“ beteiligt. Aus Angst vor einem möglichen weiteren Angriff fordert die Initiative unter anderem, dass dem Vater des Täters der Führerschein entzogen wird.

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