Gewerkschaftsfraktionsführer Brinkhaus für deutlich strengere Koronabeschränkungen ⋆ Nürnberger Blatt

Ralph Brinkhaus – Bild: Tobias Koch

Der Vorsitzende der Fraktion der Union, Ralph Brinkhaus (CDU), hat sich für eine umfassende Ausweitung der Koronabeschränkungen ausgesprochen. “Besser jetzt – statt einer Endlosschleife in den Sommer”, sagte Brinkhaus von der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagsausgabe).

“Insbesondere die hohe Infektionsrate der neuen Mutation macht uns große Sorgen”, sagte Brinkhaus und verwies auf die anscheinend viel ansteckenderen Coronavirus-Varianten. “Wir müssen versuchen, diese neuen Virusvarianten rechtzeitig durch konsequente Maßnahmen einzudämmen”, forderte der Fraktionsvorsitzende der Union. Im Hinblick auf die Konsultationen der Bundesländer zu weiteren Koronabeschränkungen am kommenden Dienstag legte er Berufung ein, dass die dortigen Resolutionen “dann zu Hause in den Landeshauptstädten eins zu eins umgesetzt und konsequent weiterverfolgt werden”.

Der Präsident des Stadtrats, Burkhard Jung, unterstützte auch die Überlegungen der Bundesregierung zu einer weiteren Verschärfung der Corona-Schutzbestimmungen. “Die Sperrung hat bisher nicht genug getan”, sagte Jung gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben) im Hinblick auf die seit November geltenden Beschränkungen. Eine Lockerung kommt daher nicht in Frage.

Der Stadtratspräsident sagte, die Situation sei immer noch sehr ernst und die Zahl der Todesfälle pro Tag sei alarmierend. “Und die Koronamutationen machen den Infektionsprozess noch unvorhersehbarer.”

Bei der Bundeslandumschaltung am Dienstag “muss überlegt werden, woher die Infektionen kommen und ob andere Bereiche in die Beschränkungen einbezogen werden müssen”, sagte Jung. Für Schulen und Kindertagesstätten sieht der Bürgermeister von Leipzig “derzeit keine Eröffnungsperspektive in der Regel”.

“Wir wissen, dass die Sperrung und erneute Erweiterung viel von Familien und Kindern verlangt”, sagte Jung gegenüber den Funke-Medien. Aber auch in Schulen und Kindertagesstätten “muss darauf geachtet werden, die Kontakte so gering wie möglich zu halten”.

Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, warnte vor einer vollständigen Schließung der Kindertagesstätten im Rahmen einer noch härteren Sperrung. “Es sollte nur im Extremfall eine vollständige Abschaltung der Kindertagesstätte geben”, sagte Tepe gegenüber Funke Medien. Politiker und Anbieter von Kindertagesstätten müssten Konzepte wie „Gesundheitsschutz, Bildung, Pflege und Erziehung in Kindertagesstätten können trotz Corona erfolgreich sein“ entwickeln.

Angesichts der angespannten Koronasituation wurde das nächste Gipfeltreffen der Bundesländer auf den nächsten Dienstag vorverlegt. Neben der hohen Zahl von Neuinfektionen in Deutschland besteht das Risiko neuer Mutationen des neuartigen Coronavirus.

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