Gesundheitsminister Spahn korrigiert Impfprognose für Erwachsene nach unten Nürnberger Blatt

Jens Spahn – Bild: REUTERS / Hannibal Hanschke / Pool

Angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung am Montag forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Bürger zu mehr Geduld auf und korrigierte gleichzeitig seine Impfprognose nach unten. “80 Prozent der impfwilligen Erwachsenen werden bis Mitte Juli mindestens einmal geimpft”, sagte Spahn der “Bild am Sonntag”. Bei der Talkshow “Anne Will” letzte Woche hatte Spahn bis Mitte Juli zu 90 Prozent gesprochen.

Zur Absage der Impfsequenz sagte die Ministerin: “Nicht alle können am Montag gleichzeitig einen Termin bekommen.” Es gibt noch nicht genug Impfstoff für alle. Bei der Wartezeit auf den Impftermin gehe es aber “jetzt um Wochen, nicht um Monate”, betonte Spahn.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden nächste Woche rund 6,7 Millionen Impfdosen verfügbar sein. Die Betriebsärzte, die ab Montag offiziell in die Impfkampagne einbezogen werden, erhalten von Biontech insgesamt 702.000 Dosen des Impfstoffs, die Praxen 2,6 Millionen Biontech-Dosen, 304.800 Astrazeneca-Dosen und 513.600 Dosen des Einwegimpfstoffs von Johnson & Johnson . Die Impfstellen der Länder sollen mit 1,6 Millionen Biontech-Dosen, 480.000 Astrazeneca-Dosen und 540.000 Moderna-Dosen versorgt werden.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm, kritisierte unterdessen die Zahl der Impfdosen, die den Betriebsärzten zur Verfügung stehen. „Unternehmen berichten, dass sehr kleine Mengen an Impfstoffen zugeteilt werden. Manche zögern sogar, anzufangen, weil sie ein paar Dutzend Tausend Mitarbeiter nicht vorziehen wollen“, sagte Russwurm der „Bild am Sonntag“. erhoffte sich mehr Schwung von der Politik“, fügte Russwurm hinzu.

Am Montag wird in Deutschland die Priorisierung für Corona-Impfungen aufgehoben, wobei die Bundesländer abweichende Vorgaben machen können. Dann können grundsätzlich alle hier lebenden Menschen ab zwölf Jahren geimpft werden.

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