Geschichte des Schachtürken: Ein meisterhafter Bluff

Lange Zeit sorgte Erfinder Wolfgang von Kempelen mit seinem Schachtürken für Aufregung. Seine Maschine hatte sogar gegen Friedrich den Großen und Napoleon gespielt. Aber was steckte wirklich hinter der Maschine, die wie von Zauberhand Schachzüge zu machen schien?

Was verbirgt sich hinter dem Schachtürken?

Umgangssprachlich ist der Schachtürke ein mechanisches Gerät, mit dem ein vermeintlicher Roboter automatisch Schach spielen kann. Vermutlich, weil es sich eigentlich gar nicht um einen Roboter handelt, sondern um ein Gerät, das von einem echten Spieler bedient wurde. Die Idee hatte Wolfgang von Kempelen. Er ließ die Leute glauben, dass der mechanische Schachspieler auf einem mechanischen Trick basiert. Tatsächlich gab es nur eine echte Person, die den Schachtürken diente. Kempelen behauptete, er habe das Ganze als Android bezeichnet, aber diese Aussage kann widerlegt werden. Stattdessen hatte er nie genau verraten, wie sein Schachtürke funktionierte und die Leute damit in die Irre geführt. Lange Zeit glaubte das Publikum tatsächlich, der Schachtürke spiele allein.

Geschichte des Schachtürken

Das Konzept des Schachtürken stammt von der Figur, die dieses Gerät darstellt: Die Zuschauer sahen einen Mann, der in typisch türkischer Tracht daherkam und auf einem Schachbrett thronte. Es gibt noch Nachbildungen der Schachtürkendas kann man vielerorts bewundern.

Kempelen entwickelte 1769 seinen Schachtürken. Im Laufe der Zeit spielte der Türke dann scheinbar automatisch gegen seine Gegner – aber tatsächlich versteckte sich darin ein echter Schachspieler. Für den Betrachter sah es jedoch so aus, als ob das Gerät unerlaubt handelte. Der erste Zug war immer den Türken vorbehalten. Dazu hob er seinen linken Arm, machte seinen Zug und legte seine Hand wieder neben das Schachbrett. Auch kommentierte er mit seinen Gesten die Gesichtszüge des Gegners, schüttelte den Kopf oder nickte.

Wie das funktioniert, wollte der Erfinder nicht verraten. Entsprechend lange rätselte man, wie der Trick funktioniert: War es wirklich eine Maschine, der man künstliche Intelligenz zuschreiben konnte? Oder waren vielleicht Magnete im Spiel, wie wir sie aus den Glücksspielmythen der Zeit kennen? EIN ein bewaffneter bandit nicht mehr manipuliert werden, aber in der Vergangenheit versuchten die Leute immer wieder, mit dem einen oder anderen Trick beim Spielen an verschiedenen Orten an ihr Geld zu kommen. Bei Spielautomaten wurden Stecker gezogen oder Magnete eingesetzt – beim Blackjack gab es die berühmten Kartenzähler. Und obwohl Schach kein klassisches Glücksspiel ist, erstaunte es die Zuschauer, dass der Schachtürke so lebendig aussah. Kempelen schaffte es in kürzester Zeit, die Leute für seinen mechanischen Türken zu begeistern. Es gab verschiedene Gerüchte darüber, wie er seine Maschine konstruiert hatte. Oft war man sich einig, dass es einen Trick geben muss – doch Kempelen ließ die Zuschauer und Gegner eine Weile im Dunkeln tappen. Erst Jahre später sollte Ihr Schwindel aufgedeckt werden.

Eine Maschine, die wirklich denken kann?

Manche sprachen von übernatürlichen Kräften, andere waren vom Magnetismus überzeugt. Oder gab es vielleicht unsichtbare Fäden, an denen ein echter Mensch zog? Kempelen blieb stumm. Während der Spiele stand er etwas abseits und sah amüsiert zu. Lange Zeit verstand niemand hinter seinem Trick, umso größer die Faszination. Anschließend ging er mit seinem Schachtürken sogar auf Europatournee. 1783 wurde er in den Kaffeehäusern von Paris gefunden, wo das Schachspiel ein beliebter Zeitvertreib war. Der Türke konnte sich gegen viele gute Schachspieler behaupten. Philidor, damals der beste Schachspieler der Welt, konnte er jedoch nicht schlagen. Trotzdem spielte die Maschine gut.

So wurden auch in Frankreich die Leute auf die Ausrüstung aufmerksam. Wissenschaftler aus Frankreich versuchten erfolglos herauszufinden, welcher Trick hinter der Erfindung steckt. Es wird sogar gesagt, dass der Türke gegen Friedrich den Großen gewinnen konnte. Danach soll er Kempelen eine große Summe gezahlt haben, damit er ihm den Trick verraten konnte. Kempelen soll den Deal akzeptiert haben. Aber was er ihm erzählte, enttäuschte Friedrich den Großen. Dann landete der Schachtürke im Lagerraum und blieb einige Zeit unbemerkt.

Es war eine Zeit, in der Neuentwicklungen an der Tagesordnung waren: Der Heißluftballon wurde erfunden, es gab die ersten Dampfmaschinen. Verständlicherweise glaubten manche Leute daher damals, dass eine Maschine tatsächlich in der Lage sei, selbst zu denken. Friedrich Melchior von Grimm, ein in Paris lebender Schriftsteller, wies darauf hin, dass es unmöglich sei, eine Maschine so weit vorausschauen und denken zu lassen. Trotzdem wusste die breite Öffentlichkeit auch 1804, als der Erfinder Kempelen starb, nicht, wie das Gerät funktionierte. Nachdem er einige Zeit im Lagerraum verbracht hat, wird Napoleon auf den Türken aufmerksam. Er wollte die Maschine herausfordern und versuchte sogar selbst einen Trick. Der Türke verneigte sich dann vor ihm und stellte die Figur wieder dorthin, wo sie gewesen war. Napoleon setzte sein Schummelspiel fort, bis der Schachtürke alle Figuren vom Tisch entfernte.

Schließlich war es kein Geringerer als Edgar Allan Poe, der sah, wie der Türke arbeitete: Er besuchte eine Aufführung in Virginia und sah sich das Spiel an. Bei der Präsentation der Schachtel würden sich nie alle Türen gleichzeitig öffnen – dies und viele andere Argumente brachte der Autor an. Er war sich sicher, dass in der Schachtel eine Person versteckt sein musste, die das Spiel leitete. Eine Kerze sorgte dafür, dass der Spieler Licht hatte. Kleine Löcher spendeten Luft. Trotzdem spielten sie nur eine Stunde lang, denn dann wurde es in der Box ungemütlich. Der Spieler konnte die Figuren mit Magneten bewegen, die er von unten steuerte. Das macht die Erfindung zu einem großen Scherz, denn Kempelen hatte immer von einem mechanischen Trick gesprochen, aber nicht von einer realen Person. Aber es besteht kein Zweifel, dass dieser Scherz auch ein wahres Meisterwerk ist, das Geschichte geschrieben hat.

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– Truthahn –

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