Gedenken an Korona-Todesfälle – Bätzing erinnert an das Schicksal hinter den Zahlen ⋆ Nürnberger Blatt

Georg Bätzing – Bild: Diözese Limburg

Die katholische Kirche gedachte am Samstag in vielen Gottesdiensten den Opfern der Koronapandemie. “Hinter dieser kaum nachvollziehbaren Zahl von Toten stehen individuelle Schicksale”, sagte der Vorsitzende der katholischen deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Samstag bei einem Gottesdienst in Limburg. “Wir denken an die vielen, die an der Koronapandemie gestorben sind, an die vielen, die im vergangenen Jahr einsam sterben mussten, und wir denken an diejenigen, die trauerten.”

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland bisher 69.888 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Allein am Samstag wurden 369 Todesfälle verzeichnet.

Nach Angaben der Diözese waren auch Überlebende und medizinisches Personal im Dienst in Limburg zu Wort gekommen. Dementsprechend berichtete ein Paar, wie ein Neffe neun Tage später an Corona und seiner Mutter starb. Die Zeit zuvor waren “ängstliche Wochen” gewesen – “ohne Kontaktmöglichkeit gab es nur Gespräche mit Ärzten und Krankenschwestern, es war ein ständiges Auf und Ab”, zitierte die Diözese das Paar.

Die Leiterin der Korona- und Palliativabteilung des Limburger Krankenhauses, Christiane Schulz, berichtete Berichten zufolge, dass sich Verwandte nicht mehr von den Sterbenden verabschieden können. “Der Zustand verschlechtert sich, das Besuchsverbot verhindert Begegnungen – und dann sterben diese Menschen im Krankenhaus.”

Die Gedenkfeiern an diesem Wochenende gehen auf eine Initiative des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) zurück. Er hatte gefordert, dass die Opfer der Koronapandemie jeden Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land in Erinnerung bleiben. Nach dem Start in Albanien am 17. Februar 2021 folgt Deutschland nun der Initiative.

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