Französische Regierung unterstützt Fischer nach Brexit-Deal ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: Fischerboot in der Ostsee

Die französischen Fischer sollen staatliche Beihilfen erhalten, um die Auswirkungen des Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien abzufedern. Unter anderem ist eine individuelle Hilfe für Fischer und Fischgroßhändler von jeweils bis zu 30.000 Euro geplant, wie das Seeministerium in Paris am Donnerstag angekündigt hat. Die Höhe dieser Zahlungen hängt davon ab, wie abhängig die Empfänger von der Fischerei in britischen Gewässern sind.

Der Hilfsplan sieht auch vor, dass Unternehmen, die in britischen Gewässern tätig sind, für einen begrenzten Zeitraum für einen Teil ihrer Umsatzverluste entschädigt werden. Der vollständige Plan zur Unterstützung der französischen Fischer sollte bald vorgelegt werden, sagte Marineministerin Annick Girardin.

Die Regeln für die Fischerei in britischen Gewässern waren eines der umstrittensten Themen in den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien.

Laut EU-Vertretern sieht die am Donnerstag erzielte Einigung eine Übergangsfrist von fünfeinhalb Jahren für die Reduzierung der Fangquoten für EU-Fischer vor. Für diesen Zeitraum war mit Großbritannien eine Reduzierung der Fänge um 25 Prozent vereinbart worden. Ab Juni 2026 sollen die Fangquoten jedes Jahr erneut mit Großbritannien ausgehandelt werden.

EU-Fischer fangen in britischen Gewässern jährlich Meerestiere im Wert von rund 650 Mio. EUR. Trotz seines insgesamt geringen wirtschaftlichen Gewichts ist der Sektor für Mitgliedstaaten wie Frankreich, die Niederlande, Dänemark und Irland von großer politischer und sozialer Bedeutung. Andererseits ist für viele Briten die Kontrolle über ihre eigenen Gewässer zu einem Symbol für die durch den Brexit wiedererlangte Souveränität geworden.

Das Handelsabkommen ist noch nicht trocken. Auf EU-Seite müssen die Regierungen aller 27 Mitgliedstaaten das Ergebnis der Verhandlungen noch genehmigen. In Großbritannien muss das Parlament zustimmen. Ziel ist das vorläufige Inkrafttreten des Abkommens am 1. Januar, wenn Großbritannien den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen hat.

FLASH TV – Immer gut informiert!

Leave a Comment