“Flatrate-Einreiseverbote sind nicht der richtige Weg” ⋆ Nürnberger Blatt

Alexander Graf Lambsdorff – Bild: Alexander Graf Lambsdorff

Der Abgeordnete der FDP-Fraktion, Alexander Graf Lambsdorff, kritisierte die nationalen Einreisebeschränkungen zum Schutz vor besonders ansteckenden Coronavirus-Varianten. “Die Ausbreitung der neuen Corona-Mutanten muss verlangsamt werden, aber pauschale Einreiseverbote sind nicht der richtige Weg”, sagte Lambsdorff von der “Rheinischen Post” (Samstagsausgabe). Mutationsbereiche müssten identifiziert und eindeutig benannt werden. “Dann muss die Einreise von dort reduziert werden, damit alle Teilnehmer noch am Flughafen getestet werden können”, sagte Lambsdorff.

Nach Ansicht des FDP-Politikers wären Tests vor der Abreise noch nützlicher. “Die Bundesregierung muss dafür verantwortlich gemacht werden, dass dies trotz zahlreicher Ankündigungen noch nicht sichergestellt wurde.”

Zuverlässige Tests, eine stärkere Sequenzierung und ein weiterer Anstieg der Impfkapazitäten sind der Schlüssel, “um die Mutanten zu verlangsamen, und für eine Rückkehr zur Normalität unbedingt erforderlich”, sagte Lambsdorff. “Es ist sehr wichtig, dass wir diese Maßnahmen mit unseren Nachbarn in der EU besprechen, denn wenn Deutschland es wieder alleine machen würde, wäre das kontraproduktiv.”

Aus Sorge um die Gefahren mutierter Coronavirus-Varianten gelten seit Samstag umfangreiche Einreiseverbote nach Deutschland aus Ländern, in denen diese Varianten weit verbreitet sind. Nach einer Entscheidung des Kabinetts am Freitag ist es Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Reedereien generell untersagt, bis zum 17. Februar aus diesen Ländern zu reisen.

Zunächst sind Reisende aus Großbritannien, Irland, Portugal, Brasilien und Südafrika betroffen. Es gibt Ausnahmen für Menschen, die in Deutschland leben. Das Verbot sollte auch nicht für Transitpassagiere auf Flughäfen oder im Güterverkehr gelten.

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