Fethullah Gülen auf seinem Grundstück vergiftet

(Archivfoto: Screenshot)

Istanbul – Sektenführer Gülen wurde einem Medienbericht zufolge auf seinem Grundstück im US-Bundesstaat Pennsylvania vergiftet.

Like das Online-Nachrichtenportal “Odatv“Es wird berichtet, dass der mit Haftbefehl gesuchte Anführer der sogenannten “Fetullahist Terrorist Organization” (FETÖ) gestern Abend in seiner amerikanischen Residenz vergiftet wurde. Auch ein “Mullah” hat auf dem Grundstück Selbstmord begangen. Der Anführer ist gesund.” , hieß es jedoch in einem Nachrichtenportal mit Bezug zum Gülen-Netzwerk.

“Hinter der Vergiftung steckt ein Machtkampf innerhalb des Gülen-Netzwerks”

Die „Mullahs“ sind eine Gruppe von Menschen, die direkt an Gülen berichten, den er selbst gefördert und ausgewählt hat. Die Organisation gab den Sektenmitgliedern einen Maulkorb, damit keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen konnten. Außerdem wurde die Ein- und Ausfahrt zum Grundstück gesperrt. Geheimdienstquellen haben den Bericht des Nachrichtenportals bestätigt. “Odatv” vermutet einen Machtkampf innerhalb des Gülen-Netzwerks hinter der Vergiftung und beruft sich auf einen Bericht eines Geheimdienstes.

Feto versuchte, den türkischen Staat systematisch zu infiltrieren

Die Generalstaatsanwaltschaft in Ankara erhob Ende der 1990er Jahre Anklage gegen Gülen. Unter dem Vorwand einer ärztlichen Untersuchung gelang Gülen 1999 die Flucht in die USA. Schon zuvor versuchte seine Organisation mit eigenen Mitgliedern systematisch in den türkischen Staat einzudringen. Vor allem bei Polizei und Armee und auch in anderen Bereichen.

Internationales Zentrum für Terrorismus- und Sicherheitsforschung: Zahlreiche Morde an Journalisten und Akademiker in der Türkei sind auf das Gülen-Netzwerk zurückzuführen

Nach Angaben des Internationalen Zentrums für Terrorismus- und Sicherheitsforschung (UTGAM) war diese Terrororganisation für zahlreiche Morde an Journalisten und Akademiker in der Türkei verantwortlich. In ihrer Studie berichten die Forscher über die Ermordung des 2002 vor seinem Haus ermordeten Akademikers Dr. Necip Hablemitoğlu von der Universität Ankara. Er galt als einer der ersten Wissenschaftler, der vor den Gefahren dieser Organisation warnte . Dazu verfasste er zahlreiche Aufsätze.

Kurz vor Fertigstellung seines Buches „Köstebek“ wurde Hablemitoğlu ermordet. Sein unvollendetes Buch wurde posthum veröffentlicht. Ein weiterer Mord, für den Forscher des Forschungsinstituts der türkischen Polizeiakademie das Gülen-Netzwerk verantwortlich machen, ist der Journalist Haydar Meriç. Der investigative Journalist recherchierte über Gülen und seine Organisation und wollte ein Buch darüber veröffentlichen. Am 31. Mai 2011 wurde Meriç als vermisst gemeldet. Sein lebloser Körper wurde am 18. Juni 2011 gefesselt im Meer gefunden.

Journalist Nedim Şener: Hinter dem Mord an Hrant Dink verbirgt sich ein Mordkomplott von Fetö

Auch die Ermordung des türkisch-armenischen Publizisten Hrant Dink ist den Wissenschaftlern zufolge auf diese Terrororganisation zurückzuführen. Diese Aussage wird auch von dem Journalisten Nedim Şener bestätigt, der monatelang über den Mord an Hrant Dink recherchiert und anschließend ein Buch darüber geschrieben hat. Laut Şener ist Fetö sowohl ein Geheimdienst als auch eine Terrororganisation. Das Buch sorgte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 für Aufsehen, weil Şener darin den Mordplan gegen Dink aufgedeckt hatte.

Für sein Buch musste Nedim Şener 375 Tage unschuldig im Gefängnis verbringen

Der Journalist wurde nach der Veröffentlichung seines Buches festgenommen und saß 375 Tage unschuldig im Gefängnis. Für seine Festnahme war das Gülen-Netzwerk verantwortlich, das eine solche Aktion durch seine „Bürokraten“ wie Staatsanwälte, Richter und Gefolgsleute der Polizei durchführen konnte. Auch die Redakteure der Online-Nachrichtenplattform „Odatv“ wurden durch ihre Berichterstattung im Netz von der Gülen-Organisation ins Visier genommen.

Die Journalisten Soner Yalçın, Doğan Yurdakul, Ahmet Şık, Mümtaz İdil, Ayhan Bozkurt, Barış Pehlivan und Barış Terkoğlu wurden wegen kritischer Berichterstattung über die Gülen-Organisation jahrelang inhaftiert.

Nach dem Putschversuch im Jahr 2016 haben die Sicherheits- und Justizbehörden in der Türkei durch die Festnahme und Verurteilung wichtiger Gülen-Mitglieder im In- und Ausland die Handlungsfähigkeit der Terrororganisation deutlich geschwächt, dennoch gibt es immer noch viele Angehörige, die den staatlichen Behörden nicht ausgesetzt waren, Armee und Polizei, der Privatsektor, die Medien, politische Parteien und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) sind aktiv.

Kemal Bölge / Istanbul

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