Experten warnen vor den Risiken des Klimawandels in Deutschland ⋆ Nürnberger Blatt

Der Klimawandel ist die Hauptursache für Naturkatastrophen

Um den Folgen des Klimawandels in Deutschland entgegenzuwirken, besteht bereits in vielen Bereichen dringender Handlungsbedarf. In der am Montag im Auftrag der Bundesregierung vorgelegten Klimafolgen- und Risikoanalyse warnen Experten, dass die „schwersten Risiken“ nur durch „sofortiges Handeln“ reduziert werden können. Gefahren sehen die Wissenschaftler unter anderem durch extreme Hitze in Städten, Dürre in ländlichen Regionen und Starkregen.

Die wichtigste Vorsorge sei “entschlossener Klimaschutz”, stellte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) klar. Auch für die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels seien umfassende Vorkehrungen notwendig: „Deutschland braucht mehr Bäume in den Städten, mehr Grün auf den Dächern, mehr Platz für die Flüsse und vieles mehr.“ Es muss schnell gehen, denn viele Maßnahmen brauchen Zeit, um zu wirken. „In überhitzten Städten braucht es einen Stadtbaum, um zu wachsen und Schatten zu spenden“, warnte Schulze.

Auch der Präsident des Umweltbundesamtes, Dirk Messner, forderte: „Wir müssen jetzt handeln.“ Am Ende des Jahrhunderts könnten einige Risiken in Deutschland so stark ansteigen, dass sie nur durch weitreichende Vorsorgemaßnahmen reduziert werden könnten. Als Beispiele nannte Messner Maßnahmen zum Hochwasser- und Küstenschutz, eine drastische Reduzierung der Verschmutzung und Übernutzung von Wasser, Boden und Luft sowie eine massive Begrünung von Freiflächen und Gebäuden.

Die Klimafolgen- und Risikoanalyse, an der Experten aus 25 Bundesbehörden und Institutionen beteiligt waren, untersuchte rund 100 Auswirkungen des Klimawandels. In 31 Bereichen wurde sehr dringender Handlungsbedarf identifiziert. Dazu gehören Risiken durch „extreme Hitze für die Gesundheit, insbesondere in Städten“. Dies ist laut Studie vor allem entlang von Rhein und Spree als den wärmsten Regionen Deutschlands der Fall.

Trockenheitsgefahren sehen die Experten insbesondere für ländliche Regionen im Osten und mittleren Westen Deutschlands. Sie warnen auch vor „starkem Regen, Sturzfluten und Überschwemmungen, insbesondere für Infrastrukturen und Gebäude“. Risiken bestehen vor allem für Gebiete in der Nähe von Gewässern oder in engen Tälern im Mittelgebirge.

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