EU-Kommission will ungleiches Entgelt für Frauen und Männer beenden ⋆ Nürnberger Blatt

Europäische Union – Bild: Mauro Bottaro

Die EU-Kommission will das ungleiche Entgelt von Frauen und Männern im Berufsleben beenden. Die Behörde hat am Donnerstag einen Vorschlag vorgelegt, der Arbeitgeber mit 250 oder mehr Arbeitnehmern dazu verpflichten soll, die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern regelmäßig offenzulegen. Kleine Unternehmen müssen nur auf Anfrage der Mitarbeiter Auskunft geben. Es sollte auch Strafen für Verstöße gegen Richtlinien für gleiches Entgelt geben.

Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006 sieht ein gleiches Entgelt für Frauen und Männer vor. Bereits 2014 gab die Kommission eine Empfehlung zur Schaffung von Transparenz bei der Vergütung ab. Nach Angaben der Statistikagentur Eurostat beträgt das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in der EU im Durchschnitt immer noch 14,1 Prozent.

“Die gleiche Arbeit verdient die gleiche Bezahlung”, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dies erfordert Transparenz. “Frauen müssen wissen, ob ihre Arbeitgeber sie fair behandeln.”

Gemäß dem Vorschlag der Kommission sollten alle Arbeitnehmer Anspruch auf Informationen über ihr Gehalt im Vergleich zum Durchschnittslohnniveau in ihren Unternehmen oder Behörden haben. Die Daten sollten auch nach Geschlecht und Kategorien von Arbeitnehmern aufgeschlüsselt werden, die gleichwertig arbeiten.

Wenn es keine anderen gerechtfertigten Lohnunterschiede von mindestens fünf Prozent gibt, sollte eine Lohnbewertung mit Arbeitnehmervertretern durchgeführt werden. Arbeitnehmer, die in Bezug auf die Bezahlung diskriminiert wurden, sollten eine Entschädigung erhalten. Dies sollte alle ausstehenden Löhne einschließlich Prämien und Sachleistungen einschließen.

Die Kommission hat keine konkreten Vorschläge für Strafen für Verstöße gemacht. Sie forderte die Mitgliedstaaten lediglich auf, Mindestniveaus für diese festzulegen und sie “wirksam” und “abschreckend” zu machen.

Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen den Vorschlag nun erörtern. Wenn eine Einigung erzielt würde, hätten die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, um das Projekt auf nationaler Ebene umzusetzen.

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