EU-Kommission legt Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung künftiger Pandemien vor ⋆ Nürnberger Blatt

Europäische Union – Bild: sian_w über Twenty20

Die EU-Kommission hat einen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung möglicher zukünftiger Pandemien vorgelegt. Demnach sollen unter anderem die Kapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen deutlich ausgebaut und die Ausrufung eines EU-weiten Seuchennotstands möglich sein, wie die Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte.

Der Maßnahmenkatalog sieht unter anderem vor, dass künftig jederzeit 500 bis 700 Millionen Impfdosen pro Jahr in der EU hergestellt werden können. Die Hälfte davon soll in den ersten sechs Monaten einer Pandemie zur Verfügung stehen.

Die EU-Kommission hat auch vorgeschlagen, einen europäischen Chefepidemiologen zu ernennen. Gemeinsam mit führenden Krankheitsexperten aus den Mitgliedsstaaten sollen wissenschaftlich fundierte Empfehlungen an die Kommission formuliert werden.

„Gemeinsam haben wir erreicht, was kein EU-Mitgliedstaat allein hätte erreichen können. Wir haben aber auch gelernt, was gut funktioniert hat und was wir bei zukünftigen Pandemien besser machen können“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Diese Lehren müssten in Veränderung übersetzt werden.

Die ebenfalls von der Brüsseler Behörde geforderte Möglichkeit eines EU-weiten Seuchennotstands soll unter anderem eine Koordinierung der Kontrollen an den Binnen- und Außengrenzen der Staatengemeinschaft auf EU-Ebene ermöglichen. Die Verantwortung für die Ausrufung eines epidemischen Notfalls liegt tatsächlich bei den Mitgliedstaaten. In Deutschland hat der Bundestag vergangene Woche den Seuchennotstand bis zum 30. September verlängert.

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