EU-Kommission erteilt Genehmigung für Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer approval Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: Rohane via Twenty20

Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-amerikanischen Partners Pfizer zugelassen. “Wir haben beschlossen, den europäischen Bürgern den ersten Impfstoff gegen Covid-19 zur Verfügung zu stellen”, sagte Kommissarin Ursula von der Leyen am Montagabend in Brüssel. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein Expertenausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) grünes Licht für die bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen des Produkts in der EU gegeben.

Nachdem die EMA-Prüfung bereits viel schneller als üblich abgeschlossen worden war, hat die Brüsseler Behörde nun auch ihr Verfahren beschleunigt. Normalerweise dauert es mehrere Wochen, bis die EMA die endgültige Genehmigung erteilt hat. Bis vor kurzem war von einem beschleunigten Eingriff innerhalb von zwei Tagen die Rede gewesen – der letztendlich nur dreieinhalb Stunden dauerte.

Auf Druck Deutschlands und anderer EU-Länder hatte die EMA bereits acht Tage im Voraus ihre endgültige Prüfung der Impfstoffzulassung eingeleitet, nachdem beispielsweise das Vereinigte Königreich und die USA zeitweise bereits Notzulassungen für den Biontech-Impfstoff erteilt hatten. Andererseits hatte die EU von Anfang an eine einjährige bedingte Genehmigung für das Inverkehrbringen beantragt, die ein strengeres Testverfahren erfordert.

Der Starttermin für die Impfungen bleibt in Deutschland und den meisten EU-Ländern der 27. Dezember. “Auf nationaler Ebene müssen noch einige Dinge getan werden, zum Beispiel Chargentests durch das Paul Ehrlich-Institut”, sagte der Gesundheitsexperte der europäischen CDU, Peter Liese, von der Nachrichtenagentur AFP.

Die Kommission hat mit Biontech einen Kaufvertrag über 200 Millionen Impfstoffdosen unterzeichnet, den jeder Mitgliedstaat im Verhältnis zu seiner Bevölkerung erwerben darf. Darüber hinaus gibt es eine Kaufoption für 100 Millionen weitere Impfstoffdosen, die laut Kommission aktiviert werden.

In jedem Fall wird zunächst deutlich weniger Impfstoff verfügbar sein. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sprach von “regelmäßigen wöchentlichen Lieferungen”, bis bis September 2021 voraussichtlich 200 Millionen Dosen abgegeben werden.

Für Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag die Impfsequenz per Verordnung festgelegt. Das erste, was zu tun ist, ist die Impfung von Menschen ab 80 Jahren sowie von Bewohnern und Angestellten von Pflegeheimen.

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