Es hat geklappt! Das Vorstellungsgespräch steht bevor

Eine gute Vorbereitung auf die Bewerbung ist essentiell – stockfour / Shutterstock.com

Wenn Sie einen neuen Job wollen, müssen Sie sich zuerst bewerben. Gefällt dem Arbeitgeber die Bewerbung, besteht die Möglichkeit zu einem Vorstellungsgespräch. Ein Termin, den viele Bewerber fürchten. Kein Wunder, denn hier gibt es Fragen, mit denen keiner rechnet und dann gibt es noch die sogenannte Prüfungsangst: Also die Aufregung und Angst, kläglich zu versagen und bei der Frage nach dem eigenen Namen mit Stottern und Gestammel anzufangen. Aber mit der richtigen Vorbereitung lässt sich auch dieser Termin meistern. Es ist jedoch nahezu unmöglich, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten und das ist in der Regel auch gar nicht erforderlich.

Viele Fragen – welche sind die ungewöhnlichsten?

Sind die härtesten Fragen zu beantworten, die den Bewerber aus seiner Komfortzone holen sollen und die beim Antworten viel reden müssen. “Was wissen Sie über unser Unternehmen und warum möchten Sie hier arbeiten?” wäre so eine frage. Interviewleiter erwarten vom Bewerber mehr, als nur die Punkte und Fakten zu benennen, die sowieso jeder auf der Unternehmenswebsite nachlesen kann. Stattdessen wird erwartet, dass der Antragsteller über die Grenzen der Website hinaus recherchiert hat.

Es gibt aber auch Fragen, mit denen der Bewerber definitiv nicht gerechnet hat. Zum Beispiel: “Erkläre, wie man ein perfektes Ei kocht.” Diese Frage kann auch dann sinnvoll sein, wenn die Stelle in einer Küche ausgeschrieben ist. Handelt es sich jedoch um eine Tätigkeit als Maurer, Fachinformatiker oder Bankkaufmann, kann dies den Bewerber überrumpeln.

Ungewöhnlich ist auch die Frage „Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du?“ Der Fragesteller erhofft sich von der Antwort einen Einblick in die Seele des Antragstellers. Auch ungewöhnliche, technische Aufgaben wie „Wie würdest du mit einem Barometer die Höhe eines Gebäudes messen“ oder „Wie benennst du möglichst schnell alle Primzahlen bis n“ kommen in Vorstellungsgesprächen vor. Wie wir an diesen Beispielen schnell erkennen können, ist es nahezu unmöglich, sich im Bewerbungsgespräch auf jede erdenkliche Situation und Frage vorzubereiten. Aber keine Sorge: Die meisten Gespräche kommen ohne solche Fragen aus. Eine andere Art von Frage kommt viel häufiger auf und wirft vor allem ein schlechtes Licht auf den einstellenden Betrieb.

Fragen, die ein Unternehmen im Vorstellungsgespräch nicht stellen sollte

Jedes Unternehmen, das einen Bewerber einstellen möchte, möchte so viel wie möglich über den Bewerber erfahren. Allerdings gehen manche Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch eindeutig zu weit. Nicht jeder Bewerber weiß genau, um welche Fragen es geht, die er entweder nicht oder nicht wahrheitsgemäß beantworten darf. Das Bundesarbeitsgericht stellt fest: Stellt der Arbeitgeber dem Bewerber eine unzulässige Frage, darf der Befragte die Unwahrheit sagen, ohne einen Nachteil befürchten zu müssen. Aber wie so oft bei Rechtsfragen kommt es auf die konkrete Situation an. Unzulässig sind auch Fragen zur Freizeitbeschäftigung, etwa ob der Antragsteller hin und wieder a Internet-Casino hat besucht.

Fragen zur Schwangerschaft

Der Arbeitgeber darf eine Bewerberin nicht fragen, ob sie schwanger ist oder eine Schwangerschaft plant. Dies stellt eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts dar. Es gibt nur eine Ausnahme: Wenn die Stelle als Schwangerschaftsersatz eingerichtet wird. Erst dann darf der Arbeitgeber eine solche Frage stellen und der Bewerber muss wahrheitsgemäß antworten.

Familienstand

Die Frage des Familienstandes ist ausnahmslos unzulässig.

Glaube und politische Überzeugung

Der zukünftige Arbeitgeber darf während eines Vorstellungsgesprächs keine Fragen zu Religion, Partei- oder Gewerkschaftszugehörigkeit stellen. Wenn er dies tut, kann der Antragsteller die Unwahrheit sagen. Ausnahme: Ist der Arbeitgeber eine kirchliche oder parteipolitische Einrichtung, sind solche Fragen zulässig.

Behinderung

Auch die Frage einer Behinderung ist nicht zulässig. Allerdings gibt es auch in diesem Bereich Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn das Unternehmen begründete Zweifel an der Eignung des Bewerbers hat, weil die zu vergebende Stelle besondere Anforderungen stellt.

Erkrankung

Der Bewerber ist nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber Auskunft über seinen allgemeinen Gesundheitszustand zu geben. Handelt es sich jedoch um eine ansteckende Krankheit, die zukünftige Kollegen gefährdet oder die Krankheit den Arbeitnehmer sogar an der Arbeitsfähigkeit hindert, ist er zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet.

Vorstrafenregister

Der Arbeitgeber darf die Frage nach Vorstrafen nur stellen, wenn die Vorstrafe des Bewerbers mit der Stelle unvereinbar ist. Wer sich beispielsweise als Kindergärtnerin oder Sozialarbeiterin bewirbt, muss sich der Frage stellen, ob gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger anhängig ist.

Ursprung

Der Arbeitgeber interessiert sich nicht dafür, wo der Bewerber seine ethnische Herkunft verortet. Fragen zur Muttersprache oder zu allgemeinen Sprachkenntnissen des Bewerbers sind jedoch zulässig.

Pflichten des Antragstellers: Offenlegungspflichtige Informationen

Neben den Fragen, die der Arbeitgeber nicht stellen darf, besteht eine Auskunftspflicht des Bewerbers. Bestimmte Tatsachen müssen dem zukünftigen Arbeitgeber mitgeteilt werden, ohne dass er danach fragen muss. Hier einige Beispiele:

  • Ein alkoholabhängiger Berufskraftfahrer
  • Fehlende Arbeitserlaubnis
  • Eine schwangere Röntgenassistentin

Aber auch der Arbeitgeber muss dem Bewerber an manchen Stellen im Vorstellungsgespräch reinen Wein einschenken. Hier geht es hauptsächlich um die Punkte:

  • Muss der Bewerber überdurchschnittliche Anforderungen erfüllen, zum Beispiel in Bezug auf die Gesundheit
  • Wird der Arbeitsplatz in Kürze von einer Umstrukturierung betroffen sein?
  • Zukünftige Zahlung von Löhnen und Gehältern ist gefährdet

Bewerber genießen umfassenden Rechtsschutz. Insbesondere seit Einführung des Gleichbehandlungsgesetzes im Jahr 2006. Seitdem dürfen Bewerber in folgenden Punkten nicht mehr benachteiligt werden und eine Ablehnung ist aufgrund dieser Punkte rechtlich nicht möglich:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Ethnischer Ursprung
  • Religion
  • Sexuelle Orientierung und Identität
  • Behinderung

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