Es gibt Morddrohungen gegen mich und meine Familie

(Symbolfoto: pixabay)

Karl Lauterbach ist Bundestagsabgeordneter, Arzt, Epidemiologe – und einer von denen, die sich in den vergangenen anderthalb Jahren unermüdlich mit der Pandemie auseinandergesetzt haben. Ihm wurde oft – vor allem von den Medien – eine ganz bestimmte Rolle zugeschrieben: die des „Corona-Erinnerers“ und des „ewigen Erklärers“. Dem Politiker sei schon früh klar gewesen, dass Sars-CoV-2 ein Virus ist, das sich über die ganze Welt ausbreiten wird, erklärt Karl Lauterbach in der aktuellen Folge von Experten-Podcasts aus der Apothekenrezension „Klartext Corona“. Und wagt den Blick in den kommenden Herbst.

Karl Lauterbach wusste bereits im Februar 2020, dass wir es nicht mit einer Epidemie zu tun haben – sondern mit einer globalen Pandemie. „Es gab keine Immunität, keine Notwendigkeit, das Virus zu stoppen. Mir war sofort klar, dass sich dieses Virus weltweit ausbreiten würde“, sagt Karl Lauterbach im Apotheken-Umschau-Podcast „Klartext Corona“. Doch wie kam es dazu, dass der Politiker in den Medien immer wieder als Mahner und Warner vor der Corona-Pandemie gesehen wird? „Ich habe nicht nur Erinnerungen ausgegeben, sondern auch Ratschläge gegeben, was zu tun ist“, erklärt er. So wies er beispielsweise frühzeitig darauf hin, dass Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufgebaut werden müssten und versuchte in vielen Fällen, Hilfestellung zu geben, wie es funktionieren könnte.

Hass und Drohungen großen Ausmaßes

Die Folge waren Hass und Drohungen in einem Ausmaß, das Lauterbach überraschte. “Es gibt Leute, die mich und meine Familie bedrohen, die sogar Morddrohungen artikulieren, die Steine ​​auf meine Wohnung werfen.” Das habe, so der Politiker, “ernsthafte Ausmaße angenommen”. Auf die Frage, was bei der Bekämpfung von Pandemien aus heutiger Sicht anders hätte gemacht werden können, ist Lauterbach überzeugt: In der zweiten Welle hätte man konsequenter in den Lockdown gehen sollen. “Einige Zehntausende von Menschen sind unnötigerweise gestorben.”

Kinder durch Delta-Variante gefährdet

Was Kinder und Jugendliche betrifft, so meint Lauterbach, hätten die Schulen fast vollständig geöffnet bleiben können, wenn man früher auf die Kombination von Prüfungen und Wechselunterricht umgestellt hätte. Aber er schaut auf den kommenden Herbst wegen der weit verbreiteten

Delta-Variante eher besorgt:

„In den Schulen sind die Kinder gefährdet, weil die Delta-Variante auch für sie sehr ansteckend ist. Ich würde mir wünschen, dass mehr Kinder geimpft werden. Ich glaube, dass die Delta-Variante Kinder stärker gefährdet als die Impfung. “

Der Experte ist sich sicher, dass viele Eltern das bald genauso sehen und ihre Kinder impfen lassen werden.

Nächstes Jahr normal

Was meint Karl Lauterbach, wenn wir zur Normalität zurückkehren? „Es wird noch eine Weile dauern“, glaubt der SPD-Gesundheitsexperte und macht Hoffnung für das nächste Jahr. Dennoch ist er sich sicher: “Covid wird nie mit einer Grippe vergleichbar sein.” Das Virus bleibt gefährlicher, insbesondere für ältere Menschen. Und – auch wenn er nicht als Warnung gesehen werden will – wissen wir im Moment nicht, ob es Varianten geben wird, die den Impfschutz komplett durchbrechen können.

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