Dutzende CDU-Abgeordnete fordern eine Entscheidung zur Kandidatenfrage in der Fraktion Blatt Nürnberger Blatt

CDU – Bild: CDU / Laurence Chaperon

In Bezug auf die Frage des Kanzlerkandidaten in der Union wächst der Druck der Bundestags-Fraktion: In einem gemeinsamen Aufruf fordern 50 CDU-Mitglieder, dass die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten “in einer Fraktionssitzung erörtert wird und wenn im zweifel auch dort entschieden “. Der Text mit den Namen der 50 Unterzeichner stand AFP am Freitagabend in Berlin zur Verfügung. An einer “Bestimmung dieses Umfangs” müsse die Fraktion beteiligt sein, heißt es.

Zu den Unterzeichnern zählen mehrere erklärte Befürworter einer Kandidatur des CSU-Führers Markus Söder – wie die Abgeordneten Michael Donth, Markus Grübel, Ronja Kemmer, Matern von Marschall und Alexander Throm.

Die Berufung, über die ursprünglich von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung berichtet wurde, wurde auch vom Vorsitzenden des Europäischen Komitees, Gunther Krichbaum, der Sprecherin der Fraktion, Saskia Ludwig, und dem Vorsitzenden der KMU-Fraktion, Christian von Stetten, unterzeichnet.

Die Entscheidung über die Kandidatur der Union für den Kanzler wird höchstwahrscheinlich zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Söder getroffen. Beide wollen spätestens zu Pfingsten eine Entscheidung treffen. Laschet ist gegen eine Entscheidung in der CDU / CSU-Fraktion, wie aus Parteikreisen an AFP berichtet.

Einer der Unterzeichner erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass seiner Meinung nach die Forderung nach einer Abstimmung in der Fraktion als Zeichen der Unterstützung für Söder verstanden werden könne. Diese Ansicht wird auch in der CSU geteilt. Dort soll eine Abstimmung in der Fraktion der Union für Laschet riskant sein: Wenn er nur gerade gewinnt, könnte dies dazu führen, dass er im Bundestagswahlkampf beschädigt wird, berichtete die “FAS”.

Die Berufung ist “nicht eine Frage aller 199 CDU-Mitglieder des Bundestages, sondern eine Zusammenfassung der Diskussionen zwischen den Fraktionsmitgliedern”, so der der AFP zur Verfügung stehende Text. Die Liste bleibt bis Montag für andere Unterzeichner offen – sie sind “herzlich eingeladen”.

“Am 26. September stehen in ihren Wahlkreisen 299 direkte Kandidaten der CDU und der CSU auf den Stimmzetteln”, heißt es weiter. “Die Entscheidung über einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten ist für unseren lokalen Wahlkampf von größter Bedeutung.” Als „Mitglieder einer selbstbewussten CDU / CSU-Fraktion“ forderten die Unterzeichner ein Mitspracherecht der Fraktion.

Am Sonntag wird die Spitze der CDU / CSU-Fraktion zu einer geschlossenen Sitzung zusammenkommen. Söder und Laschet sind ebenfalls als geladene Gäste eingeladen. Ziel der Veranstaltung sei es nicht, die Kandidatenfrage zu klären, hieß es von Fraktionen und Parteikreisen gegenüber AFP. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass sich in der Frage eine Dynamik entwickelt hat, die möglicherweise schwer zu berechnen ist.

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