Drei Jahre Haft für ehemaligen AWO-Geschäftsführer in Mecklenburg-Vorpommern ⋆ Nürnberger Blatt

Gefängnis – Bild: ako via Twenty20

Das Landgericht Schwerin hat einen ehemaligen Geschäftsführer des Müritz-Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wegen schwerer Untreue zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach Angaben des Gerichts vom Freitag sah die Strafkammer es als erwiesen an, dass der 72-jährige Angeklagte sich 2005 und 2012 vom ehrenamtlichen Kreisvorsitzenden vertraglich ungerechtfertigte Einkommenserhöhungen und Zusatzrentenansprüche garantiert habe.

Der 78-jährige ehemalige Kreisvorsitzende wurde wegen Untreue zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde ausgesetzt. Insgesamt entstand beim AWO-Kreisverband ein Schaden von etwas mehr als einer Million Euro, stellte das Gericht fest. Das Gehalt des Geschäftsführers wurde 2005 von 84.000 Euro auf 120.000 Euro pro Jahr erhöht.

Er bekam auch Tantiemen. 2012 vereinbarte er mit dem Kreisvorsitzenden, zusätzlich 2.000 Euro monatlich in die Betriebsrente einzuzahlen, sobald er in den Ruhestand geht. Diese Regelung wurde nicht mehr angewendet. Als die Verträge 2016 bekannt wurden, wurde der Bezirksleiter entlassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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