Die WHO fordert Europa und Pharmaunternehmen auf, mit Nürnberger Blatt zusammenzuarbeiten

Impfstoffherstellung – Bild: SteveAllenPhoto via Twenty20

Die WHO hat Europa und die Pharmaunternehmen aufgefordert, zusammenzuarbeiten, um die Impfkampagnen gegen das Coronavirus zu beschleunigen. “Wir müssen zusammenkommen”, sagte der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Andernfalls müssten konkurrierende Pharmahersteller “ihre Anstrengungen bündeln, um die Produktionskapazitäten drastisch zu erhöhen”, fügte er hinzu.

Auf die Frage, ob die seit Dezember verfügbaren Impfstoffe auch gegen neue Virusvarianten wirksam sind, antwortete Kluge: „Das ist die große Frage. Ich bin besorgt. “Die Länder müssen auf neue problematische Mutationen im Virus vorbereitet sein”, warnte er und forderte mehr Gensequenzierung. Das Virus hat weiterhin “die Oberhand über die Menschen”.

Von den 53 Ländern im Zuständigkeitsbereich der Europäischen WHO – zu denen auch mehrere Länder in Zentralasien gehören – meldeten 37 Fälle mit der britischen Virusvariante und 17 Fälle mit der südafrikanischen Mutante. In der Europäischen Union erhielten inzwischen nur 2,5 Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfstoffdosis.

Kluge wiederholte auch die Forderung der WHO an die reichen Länder, ihre Impfstoffdosen nach der Impfung eines Teils ihrer Bevölkerung mit den ärmeren Ländern zu teilen. Die Marke von 100 Millionen Impfstoffdosen wurde am Dienstag überschritten, wobei 65 Prozent der Impfungen in Ländern mit hohem Einkommen durchgeführt wurden.

„Wir wissen, dass die EU, Kanada, Großbritannien und die USA vier- bis neunmal mehr Impfstoffdosen bestellt haben, als sie benötigen. Ich meine, Sie sollten nicht warten, bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, um mit dem Balkan, Zentralasien und Afrika zu teilen “, sagte er.

Um einen fairen Zugang zu Impfstoffen zu gewährleisten, hat die WHO mit Unterstützung der Gavi-Impfallianz das internationale Covax-Programm ins Leben gerufen. Covax hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres genügend Dosen zur Verfügung zu haben, um 20 Prozent der Bevölkerung in den an der Initiative beteiligten Ländern zu impfen. Die Finanzierung der 92 ärmsten Länder der Welt ist gesichert.

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