Die USA planen einen Milliardenauftrag für Corona-Medikament des Pharmakonzerns Merck & Co. Nürnberger Blatt

Droge – Bild: Love_Sarah über Twenty20

Die US-Regierung hat mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co. (MSD) einen milliardenschweren Vorvertrag über den Kauf eines experimentellen Corona-Medikaments unterzeichnet. Sollte die von MSD entwickelte Pille Molnupiravir gegen Covid-19-Erkrankungen von den US-Behörden eine Not- oder Vollzulassung erhalten, würden die USA 1,7 Millionen Behandlungseinheiten des Medikaments bestellen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Washington mit. Molnupiravir befindet sich derzeit in klinischen Phase-3-Studien.

Laut MSD – nicht zu verwechseln mit der deutschen Merck KGaA – werden die USA bei einem endgültigen Vertragsabschluss rund 1,2 Milliarden Dollar (fast eine Milliarde Euro) für die 1,7 Millionen Behandlungseinheiten Molnupiravir zahlen. In der aktuellen klinischen Studienphase wird das Medikament bei 1.850 Personen eingesetzt. Die Studienergebnisse werden im Herbst erwartet.

Die Behandlung mit Molnupiravir, das MSD gemeinsam mit Ridgeback Biotherapeutics entwickelt, dauert fünf Tage. Das Medikament ist ein sogenannter Polymerase-Inhibitor. Solche Medikamente blockieren ein bestimmtes Enzym, das Viren benötigen, um ihre DNA zu reproduzieren.

Vorläufige Ergebnisse der 2a-Testphase mit Molnupiravir hatten gezeigt, dass sich die Viruslast bei Corona-Patienten bis zum fünften Behandlungstag deutlich reduziert hatte. In der Kontrollgruppe war dies nur bei rund einem Viertel der Probanden der Fall.

Molnupiravir wurde auch in klinischen Studien gegen Viruserkrankungen wie Influenza und Ebola getestet, ist jedoch für diese Erkrankungen nicht zugelassen.

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