Die USA hoffen, dass der Iran eher zur Zusammenarbeit bereit ist ⋆ Nürnberger Blatt

Weißes Haus

Nach der Höflichkeit der Europäer im Kampf um das internationale Atomabkommen hoffen die USA, dass der Iran eher zur Zusammenarbeit bereit sein wird. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, sagte am Donnerstag in Washington, dass die USA nun mit “großem Interesse” verfolgen würden, ob Teheran für “glaubwürdige, konkrete Fortschritte” bereit sei. Ziel ist ein “konstruktiver Dialog”. Die US-Regierung sei “zufrieden” mit dem Ergebnis eines Treffens der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien, sagte Price.

Die Europäer hatten zuvor ihre drohende Resolution zu Verstößen des Iran im Gouverneursrat der IAEO kurzfristig zurückgezogen, um Teheran wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. IAEO-Chef Rafael Grossi kündigte ab April eine Reihe von Verhandlungen mit dem Iran an.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die sogenannte E3, hatten geplant, dem Gouverneursrat der IAEO am Freitag einen Text vorzulegen, in dem sie ihre “ernsthafte Besorgnis” darüber zum Ausdruck bringen wollten, dass der Iran nur begrenzte Inspektionen zulässt kerntechnische Anlagen. Gleichzeitig wollten sie Teheran auffordern, die Inspektionen “sofort” vollständig neu zu genehmigen.

Der Iran protestierte vehement gegen die Resolution. Nach dem Verzicht auf die Resolution erklärte das iranische Außenministerium, es werde den “Weg zur Diplomatie offen halten”.

Die Vereinigten Staaten zogen sich 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen zurück und verhängten neue Sanktionen gegen den Iran. Infolgedessen zog sich Teheran nach und nach von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurück.

Trumps Nachfolger Joe Biden will den Deal wiederbeleben, fordert jedoch Teheran auf, den Deal einzuhalten, bevor die Sanktionen aufgehoben werden. Der Iran hingegen macht die Aufhebung der US-Strafmaßnahmen zur Voraussetzung für die vollständige Einhaltung des Abkommens durch das Land.

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