Die Türkei verurteilt Putschversuche in Armenien

Ankara – Der türkische Außenminister verurteilte scharf einen Putschversuch gegen den armenischen Premierminister Nikol Pashinyan und sagte, es sei inakzeptabel, dass das Militär den Rücktritt eines demokratisch gewählten Führers fordere.

„Wir sind gegen jeden Putsch oder Putschversuch, egal wo auf der Welt er stattfindet. Wir verurteilen den Putschversuch in Armenien aufs Schärfste “, sagte Außenminister Mevlut Cavusoglu während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ungarischen Amtskollegen Peter Szijjarto in Budapest. Die Menschen eines Landes haben das Recht, ihre Regierungen zu kritisieren oder ihren Rücktritt zu fordern, sagte Cavusoglu und fügte hinzu: “Es ist jedoch inakzeptabel, dass das Militär den Rücktritt einer gewählten Regierung fordert.”

Cavusoglu erinnerte an den Normalisierungsprozess und den Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan: “Es gibt eine wichtige Chance für Stabilität in der Region und sie muss gut bewertet werden.” Er betonte die Bedeutung der trilateralen Treffen mit den Ländern der Region und fügte hinzu: “Es ist jedoch auch wichtig, die Stabilität in der Region für alle relevanten Länder aufrechtzuerhalten, und Versuche wie Militärputsche wirken destabilisierend.”

Erdogan-Sprecher Ibrahim Kalin verurteilte auch die neuesten Entwicklungen in Armenien auf Twitter.

„Wir verurteilen den Putschversuch in Armenien. Staatsstreiche haben demokratische Prozesse immer unterbrochen und Chaos verursacht. Wir fordern eine rasche Normalisierung in Armenien “, zitierte die Nachrichtenagentur Anadolu Kalin

“Wir sehen die sich entwickelnde Situation als einen Putschversuch und verurteilen ihn eindeutig”, sagte der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun in einer Erklärung.

“Die Türkei steht immer auf der Seite der Demokratie und des freien Willens ihrer Bürger – egal wo auf der Welt sie angegriffen werden”, fügte er hinzu.

Nach Monaten des Machtkampfes um Premierminister Nikol Pashinyan hat sich die Situation in Armenien verschlechtert. Am Donnerstag warnte Pashinyan vor einem versuchten Militärputsch gegen ihn und forderte seine Anhänger auf, sich in der Hauptstadt zu versammeln. Die Armee hatte ihn und seine Regierung zuvor zum Rücktritt aufgefordert. Am 9. November 2020 stimmte Pashinyan einem Waffenstillstandsabkommen zu, das Russland nach einer Niederlage gegen Aserbaidschan eingeleitet hatte. Die Opposition beschuldigt ihn daher des Verrats und fordert auch seinen Rücktritt. Tausende Anhänger von Pashinyan und der Opposition versammelten sich tagsüber auf zentralen Plätzen in der Hauptstadt Eriwan. Die Opposition macht Pashinyan für die Niederlage von Berg-Karabach gegen Aserbaidschan verantwortlich.

Pashinyan sieht den Grund jedoch in veralteten Waffen, die die vorherige Regierung in Russland gekauft hat. Beispielsweise hätten russische Iskander-Raketen im Krieg nicht funktioniert. Es gibt Ermittlungen gegen einen armenischen Militärberater und Waffenhändler, der veraltete militärische Ausrüstung an das Militär verkauft haben soll Nachrichten.

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