Die Staatsanwaltschaft untersucht auch die Munitionsaffäre gegen KSK-Kommandeur ür Nürnberger Blatt

Symbolbild: Bundeswehr

Im Zusammenhang mit der Munitionsaffäre mit der Bundeswehr-Elitetruppe KSK ermittelt die Staatsanwaltschaft in Tübingen derzeit gegen Kommandant Markus Kreitmayr. Es handele sich um ein mögliches Versäumnis, an Strafverfahren gemäß § 40 StGB teilzunehmen, sagte der hochrangige Tübinger Staatsanwalt Matthias Grundke am Mittwoch in der Stadt Baden-Württemberg. Es besteht ein erster Verdacht, dass die Untersuchung des Falls wahrscheinlich Monate dauern würde.

Paragraph 40 des Militärstrafgesetzbuchs macht die betrügerische Anwendung von Strafen durch Vorgesetzte innerhalb der Bundeswehr zu einer Straftat. Dementsprechend sind sie strafbar, wenn sie mögliche Straftaten von Untergebenen nicht untersuchen oder den zivilen Strafverfolgungsbehörden melden, um sie vor Ermittlungen zu schützen. Die Bundeswehr selbst hat bereits ein internes Verfahren gegen Kreitmayr eingeleitet.

Die Affäre handelt von einer sogenannten Munitionsamnestie für Soldaten, die der Brigadegeneral im vergangenen Jahr angeordnet hat. KSK-Mitglieder hatten die Möglichkeit, nicht autorisierte Munition ohne weitere Strafen aus Armeebeständen zurückzugeben. Berichten zufolge erschienen von Ende März bis Ende April 2020 Tausende Schuss Munition und wahrscheinlich Handgranaten.

Die in Calw, Baden-Württemberg, stationierte KSK hatte aufgrund rechtsextremistischer Vorfälle bereits Schlagzeilen gemacht. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat daher im vergangenen Jahr eine Gesellschaft der Einheit aufgelöst. Im Sommer will sie eine grundlegende Entscheidung über die Zukunft der Elitetruppen treffen. Während der laufenden Untersuchung der Munitionsangelegenheit bleibt Kreitmayr im Amt.

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten am Mittwoch über den Beginn der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. “Wir stehen erst am Anfang”, sagte der Leiter der Agentur, Grundke. In weiteren Untersuchungen muss nun geprüft werden, ob der ursprüngliche Verdacht bestätigt ist. Insbesondere spielte auch das eine Rolle, was Kreitmayr mit seiner Maßnahme subjektiv angestrebt hatte.

Leave a Comment