Die Produktion von Moderna- und Biontech-Impfstoffen wird im März in Frankreich beginnen ⋆ Nürnberger Blatt

Biontech-Impfstoff

Das in Tübingen ansässige Unternehmen Curevac und das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) wollen gemeinsam einen neuen Impfstoff gegen die ansteckenderen Varianten des Coronavirus entwickeln. Zu diesem Zweck haben Curevac und GSK am Mittwoch vereinbart, zusammenzuarbeiten, um den Impfstoff nächstes Jahr auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus unterstützt GSK die Herstellung von bis zu 100 Millionen Dosen des ersten Corona-Impfstoffs von Curevac, der sich derzeit noch in der Entwicklung befindet.

Die Unternehmen wollen mehrere neue mRNA-Impfstoffkandidaten entwickeln und herstellen. Ziel ist ein “breiterer Schutz gegen mehrere Varianten von Sars-CoV2 sowie die Möglichkeit einer schnelleren Reaktion auf andere mögliche Varianten in der Zukunft”.

Die neuen Impfstoffe könnten “zum Schutz von Menschen eingesetzt werden, die noch nicht geimpft wurden, oder als Booster, wenn die Immunantwort auf eine Erstimpfung mit der Zeit nachlassen sollte”, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. “Wir glauben, dass Impfstoffe der nächsten Generation für den anhaltenden Kampf gegen COVID-19 von entscheidender Bedeutung sind”, sagte Emma Walmsley, Geschäftsführerin von GSK. Das Entwicklungsprogramm startet sofort.

Den Informationen zufolge baut die Zusammenarbeit auf dem Impfstoffkandidaten von Curevac auf, der sich noch in der klinischen Testphase befindet. Dieser Impfstoff wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 den Behörden zur Überprüfung vorgelegt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat inzwischen angekündigt, dass ab Ende Februar oder Anfang März an vier Standorten im Land Corona-Impfstoffe hergestellt werden. Europa “stellte” die Lieferung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen sicher, sagte Macron TF1 nach einer Videokonferenz mit internationalen Impfstoffherstellern. “Und wir hoffen, mehr zu tun.”

Laut dem für die Industrie zuständigen französischen Staatssekretär Agnès Pannier-Runacher soll die Produktion des Impfstoffs durch das US-amerikanische Pharmaunternehmen Moderna im März beginnen, gefolgt von der Produktion des Wirkstoffs durch Pfizer / Biontech im April. Die Produktion des Curevac-Impfstoffs ist dann für Mai geplant – vorbehaltlich der Genehmigung. Berlin hofft auch auf die Zulassung des Curevac-Impfstoffs im Mai.

Der französische Pharmalieferant Deplharm gab vor Wochen bekannt, dass er den Pfizer / Biontech-Impfstoff in seinem Werk in Saint-Remy-sur-Avre im Nordwesten Frankreichs herstellen möchte. Und im Januar kündigte der französische Pharmakonzern Sanofi an, Biontech / Pfizer in seinen Produktionsstätten in Frankfurt durch das Befüllen der Impfflaschen zu unterstützen.

Macron versprach allen französischen Bürgern ein Impfangebot “bis Ende Sommer”. In Frankreich wurden bisher rund 1,5 Millionen Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Aufgrund der angekündigten Lieferverzögerungen bei großen Herstellern wie Pfizer / Biontech hatte die Regierung erst kürzlich mit der Impfung einer weiteren Million Menschen im Februar gerechnet.

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