Die Polizei bricht die pro-palästinensische Demo in Berlin ab

Berliner Polizei

Angesichts der massiven Gewalt im Nahostkonflikt fanden am Samstag Solidaritätskundgebungen für die Palästinenser in ganz Europa statt, auch in Berlin. Auch in Paris, London, Madrid und Athen gingen die Menschen auf die Straße und forderten ein Ende der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen. In der französischen Hauptstadt setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein, um ein zuvor erlassenes Demonstrationsverbot durchzusetzen.

In Berlin hat die Polizei am Nachmittag eine pro-palästinensische Demonstration abgebrochen. Rund 3500 Teilnehmer hätten sich im Bezirk Neukölln versammelt, sagte ein Polizeisprecher. Nachdem die Koronaanforderungen nicht erfüllt wurden, wurde das Treffen aufgelöst. Später am Nachmittag begann eine weitere Demonstration im Bezirk Kreuzberg, deren Zahl die Polizei auf rund tausend bezifferte. Es gab auch pro-palästinensische Kundgebungen in anderen Städten in Deutschland, und die Polizei brach eine Demonstration in Frankfurt am Main ab.

In London forderten Tausende Demonstranten die britische Regierung auf, daran zu arbeiten, die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen zu beenden. Vor der israelischen Botschaft schwenkten sie palästinensische Flaggen und hielten Schilder hoch, die unter anderem die “Befreiung” der palästinensischen Gebiete von der israelischen Besatzung forderten. Die Organisatoren der Proteste in London sprachen von 150.000 Teilnehmern, die Polizei gab keine Auskunft.

Nach Angaben der Polizei gingen in Madrid rund 2500 Menschen auf die Straße, um die Palästinenser zu unterstützen. “Jerusalem, die ewige Hauptstadt der Palästinenser”, lesen Banner. “Das ist kein Krieg, das ist Völkermord!” Schrie Demonstranten auf dem Weg vom Bahnhof Atocha zum zentralen Platz der Puerta del Sol. Viele junge Leute waren in palästinensische Flaggen gehüllt. Die Demonstranten forderten die Europäer auf, die Zusammenarbeit mit Israel einzustellen.

In Paris gingen pro-palästinensische Aktivisten trotz eines Demonstrationsverbots auf die Straße. Die Polizei forderte Geschäftsleute auf, am Nachmittag ihre Geschäfte auf dem geplanten Weg vom Stadtteil Barbès zum Place de la Bastille zu schließen. In der Gegend waren 4.200 Polizisten im Dienst, aber junge Leute versammelten sich in mehreren Straßen.

Sobald sich Gruppen bildeten, setzte die Polizei wiederholt Wasserwerfer und Tränengas ein, um die Menschen zu zerstreuen. Darüber hinaus forderte sie wiederholt die Auflösung von Besprechungen über Lautsprecher. Einige der Demonstranten warfen Steine ​​auf die Beamten und begannen laut dem Bericht der AFP-Korrespondenten ein Katz- und Mausspiel mit den Sicherheitskräften über mehrere Straßen hinweg. Die Demonstranten riefen immer wieder “Befreie Palästina” und “Israel – Mörder”.

Der Präsident der Palästinensischen Vereinigung für die Region Paris, Walid Atallah, beschuldigte die Behörden, durch das kurzfristige Verbot von Demonstrationen Spannungen zu schüren. Das Verbot wurde erlassen, weil die Sicherheitsbehörden ernsthafte Unruhen befürchteten, wie 2014, als Synagogen und andere jüdische Institutionen ins Visier genommen wurden.

In anderen französischen Städten durften jedoch pro-palästinensische Demonstrationen stattfinden. Nach Angaben der Polizei und der Organisatoren nahmen in Straßburg rund 4000 Menschen teil.

Rund 500 Menschen protestieren gegen die israelischen Angriffe in der griechischen Hauptstadt Athen. Vor der israelischen Botschaft gab es einen Streit zwischen den Teilnehmern und der Polizei, die Beamten benutzten Wasserwerfer.

Trotz internationaler Vermittlungsversuche ist die schlimmste Eskalation der Gewalt seit Jahren zwischen Israel und Palästinensern im Nahen Osten seit Tagen im Gange. Die israelische Armee hat seit Montag rund 800 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Radikale Palästinenser feuerten ihrerseits mehr als 2.000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel ab. Hintergrund der Demonstrationen am Samstag war auch der Nakba-Tag, an dem die Palästinenser an die Vertreibung von Hunderttausenden Menschen infolge der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 erinnern.

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