Die Koronapandemie erhöht die Zahl der Diskriminierungsfälle in Deutschland ⋆ Nürnberger Blatt

Stoppt Rassismus!

Die Koronapandemie hat in Deutschland zu einer deutlichen Zunahme von Diskriminierungsfällen geführt. Die Pandemie habe “wie ein Feuerbeschleuniger” für die Diskriminierung einzelner Gruppen gewirkt, sagte der Büroleiter Bernhard Franke, das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagausgabe). Die Zahl der Beratungsanfragen in seinem Büro hat dramatisch zugenommen. Bis Ende November waren mehr als 6000 Fälle registriert worden – verglichen mit 3200 Fällen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In Bezug auf Rassendiskriminierung gab es bis Oktober einen Anstieg von mehr als 70 Prozent, sagte Franke. Zunächst wurden Menschen mit asiatischem Aussehen diskriminiert, belästigt und manchmal mit Gewalt angegriffen. Zum Beispiel wurde ihnen der Zugang zu Geschäften mit der Bemerkung verweigert, dass das Corona-Virus nicht ins Haus gebracht werden sollte.

Sogar Sinti und Roma, “deren Häuser effektiv für die Öffentlichkeit abgesperrt wurden”, seien von Diskriminierung im Zusammenhang mit der Koronapandemie betroffen, fuhr Franke fort. Menschen mit türkischem oder arabischem Hintergrund fühlten sich allgemein verdächtigt, “weil einzelne Hochzeitsfeiern zu Infektionssprüngen geführt hatten”. Es wurde anderswo gefeiert, zum Beispiel in bayerischen Dörfern. In Krisen besteht jedoch die Tendenz, nach Sündenböcken zu suchen.

Die Antidiskriminierungsbehörde des Bundes berät Menschen, die aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, Religion oder Weltanschauung, ihrer sexuellen Identität oder ihres Geschlechts, ihres Alters oder ihrer Behinderung diskriminiert werden. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bildet die Grundlage für die Arbeit der Position.

Jetzt bewerben!

FLASH TV – Immer gut informiert!

Leave a Comment