Deutsche Reisebeschränkungen für Portugal wegen EU-„Notbremse“ möglich ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolbild: Europäische Union

Die EU-Kommission hält die von Deutschland verhängten Reisebeschränkungen für Portugal nach den geltenden europäischen Abkommen für möglich. Sie seien beim Auftreten von Virusvarianten unter eine von den Mitgliedstaaten vereinbarte „Notbremse“ gefallen, sagte ein Sprecher am Montag. Deutschland hat der Kommission die Beschränkungen mitgeteilt.

Die Bundesregierung wird Portugal ab Dienstag um Mitternacht als Virusvariantengebiet einstufen. Für Reisende aus Portugal gilt vorerst ein generelles Beförderungsverbot für 14 Tage.

Ausgenommen sind Deutsche sowie Bürgerinnen und Bürger aus der EU oder mit anderen Nationalitäten, die einen Wohnsitz in Deutschland haben. Sie müssen sich jedoch in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die durch Tests nicht verkürzt werden kann. Ausnahmen gibt es auch für bestimmte Berufsgruppen wie zum Beispiel Lkw-Fahrer.

Die EU strebt eigentlich an, in den Sommermonaten weitgehend uneingeschränktes Reisen zu ermöglichen. Dazu wird am 1. Juli das EU-weit lesbare digitale Corona-Zertifikat auf den Markt kommen, das Informationen zu Impfungen, Tests oder einer überstandenen Covid-Erkrankung enthält. Damit sollen Nutzer bei der Einreise von Quarantäne- und Testpflichten befreit werden.

Anfang Juni haben die Mitgliedsstaaten jedoch ihre Reiseempfehlungen während der Corona-Krise angepasst und die Möglichkeit einer sogenannten Notbremse geschaffen. Es ermöglicht Regierungen, die Verbreitung von Virusvarianten erneut einzuschränken. Dies gilt auch für Inhaber des Corona-Zertifikats. Die EU-Kommission hat dieses System selbst vorgeschlagen.

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