Der Leiter des Hausarztverbandes fordert Klarheit über die Nebenwirkungen von Astrazeneca ⋆ Nürnberger Blatt

AstraZeneca – Bild: 9_fingers_ via Twenty20

Vor Beginn der Koronaimpfungen in der Allgemeinarztpraxis am Dienstag bat der Leiter des Allgemeinarztverbandes, Ulrich Weigeldt, um Klärung der Nebenwirkungen des Impfstoffs von Astrazeneca. “Die Impfung darf keine Mutprobe sein – weder für den Patienten noch für den Arzt”, sagte Weigeldt am Dienstag gegenüber der Zeitung “Bild”. Bisher war nicht klar, welche vorbestehenden Krankheiten und Veranlagungen die geimpften Personen mit Hirnvenenthrombose hatten.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfahl am Dienstag, den Astrazeneca-Impfstoff nicht mehr für Personen unter 60 Jahren zu verwenden. Zuvor waren im Zusammenhang mit der Impfung Fälle von Hirnvenenthrombose aufgetreten, insbesondere bei jüngeren Frauen.

“Allgemeinmediziner kennen ihre Patienten und können differenzierte Entscheidungen treffen – es ist sehr holzig, Personen unter 60 Jahren von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen”, kritisierte der Chef des Allgemeinarztes. Trotzdem möchte er seinen Kollegen nicht empfehlen, die Stiko-Anforderung zu umgehen. “Wenn etwas passiert, wird es einen großen Aufstand geben”, sagte Weigeldt.

Aus diesem Grund lehnt er auch den Vorschlag einiger Ministerpräsidenten ab, den Astrazeneca-Impfstoff, insbesondere in Arztpraxen, wegen der Beziehung zwischen Arzt und Patient zu impfen. “Das Astrazeneca-Problem auf die Allgemeinmediziner und damit im Grunde auch auf die Patienten zu übertragen, ist keine Lösung”, sagte Weigelt.

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