Der Lehrerverband fordert zwei Milliarden für ein Finanzierungskonzept gegen Korona-Lernlücken ⋆ Nürnberger Blatt

Schule in Corona-Zeiten – Bild: photomasha_symchych via Twenty20

Der Deutsche Lehrerverband will die durch die Schulschließungen im Corona-Jahr verursachten Lerndefizite der Schüler mit einem Finanzierungskonzept von zwei Milliarden Euro ausgleichen. Kinder und Jugendliche mit eher kleinen Lücken sollten im nächsten Schuljahr individuell zusätzliche Mittel erhalten, berichtet die Funke-Mediengruppe unter Berufung auf ein Finanzierungskonzept des Lehrerverbandes. Studierenden mit größeren Defiziten sollte die Möglichkeit eines freiwilligen zusätzlichen Lernjahres angeboten werden.

Das dafür erforderliche zusätzliche Personal kann aus Lehramtsstudenten, zusätzlichen Lehrkräften oder pensionierten Lehrern bestehen. Die Schulen könnten auch mit externen Partnern wie Nachhilfeanbietern zusammenarbeiten. Für die Umsetzung fordert der Verein ein Bundeslandprogramm mit einem Volumen von mindestens zwei Milliarden Euro.

Laut dem Präsidenten des Vereins, Heinz-Peter Meidinger, wurde im vergangenen Jahr rund ein Fünftel der Studierenden hinsichtlich des Lernfortschritts „zurückgelassen“. Etwa zehn Prozent der Schüler werden wahrscheinlich ein zusätzliches Schuljahr benötigen, um das auszugleichen, was sie verpasst haben.

Sie müssen sich jetzt in den Schulen die Zeit nehmen, um zu sehen, wo die Kinder sind, und dann Ratschläge geben. „Grundsätzlich sollten wir im Mai wissen, welche Finanzierungsmöglichkeiten es für das nächste Jahr gibt. Es muss jetzt sehr schnell gehen “, sagte Meidinger. Im laufenden Schuljahr hingegen wird es nichts zu holen geben – “jeden, der behauptet, das sei falsch”.

Bundesfamilienministerin Anja Karliczek schlug Ende März ein landesweites Nachhilfeprogramm im Wert von einer Milliarde Euro vor. Das Institut für Deutsche Wirtschaft (IW) sieht einen Unterstützungsbedarf für rund 1,5 Millionen Schulkinder.

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