Der in Syrien geborene Bioanalytiker schafft Durchbruch in der Alzheimer-Forschung

Marwa Malhis bei der Arbeit im Bioanalytiklabor der Universität Coburg. (Foto: Universität Coburg)

Coburg – Nach dem deutsch-türkischen Machtpaar Ugur Sahin (55) und Özlem Türeci (53), die mit ihrer Firma BioNTech den mRNA-Impfstoff BNT162b2 gegen das tödliche Coronavirus entwickelten, konnte ein weiterer deutscher Forscher mit Migrationshintergrund einen Durchbruch in der Medizin erzielen.

Die in Syrien geborene Coburger Bioanalytikerin Marwa Malhis entdeckte in ihrer Doktorarbeit an der Fachhochschule Coburg einen vielversprechenden Wirkstoff. Malhis arbeitet an einem Wirkstoff gegen Alzheimer, der in Zukunft zur Bekämpfung dieser Krankheit beitragen kann.

Rund 1,6 Millionen Deutsche leben mit Demenz – zwei Drittel von ihnen leiden an Alzheimer. Zwei spezielle Proteine ​​reichern sich im Gehirn des Patienten an: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen zerstören Nervenzellen. Warum treten diese tödlichen Proteinablagerungen auf? Das ist noch nicht klar geklärt. Es gibt jedoch erste Ansätze, um dies zu verhindern. Die Bioanalytikerin Marwa Malhis von der Universität Coburg hat eine Substanz entwickelt, die sich langfristig zu einem Wirkstoff entwickeln könnte. Die Wissenschaftlerin hat gerade ihre Doktorprüfung zu diesem Thema bestanden und freut sich über den Erfolg. “Es ist schön, etwas Wichtiges zu tun!”

Dafür die Universität Coburg::

In ihrer Doktorarbeit konzentrierte sie sich auf das Protein “Tau”. „Es ist ein Monomer, dh ein einzelnes Molekül, das sich mit anderen Tau-Molekülen verbinden kann. Ich wollte diese Aggregation verhindern. Sie bekam ausgerechnet Hilfe von Viren. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien angreifen: Sie werden in der Biotechnologie häufig zur „Phagendisplay“ verwendet, um Bindungspartner für ein bestimmtes Molekül zu finden. Genetisch veränderte Phagenbibliotheken haben unterschiedliche Peptide auf ihrer Oberfläche. Und Marwa Malhis fand zwei Peptide für ihre Arbeit, die an Tau binden. „Sie hemmen auch die Aggregation. Wir haben dies im Labor der Fachhochschule Coburg untersucht. “”

Anschließend testeten Forscher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn, ob die Substanz auch in lebenden Zellen wirkt. Mit Erfolg. “Die Peptide werden auch an der Universität Erlangen untersucht”, sagt Malhis. Wenn alles gut geht, ist ein möglicher nächster Schritt das Testen an Alzheimer-Labormäusen. Wenn dies auch erfolgreich ist, werden klinische Studien mit Menschen durchgeführt. Was früher oft vielversprechend aussah, funktioniert beim Patienten nicht. “Die Entwicklung zu einem zugelassenen Wirkstoff wird – wenn überhaupt möglich – definitiv noch einige Jahre dauern”, sagt Prof. Dr. Aileen Spark. Funke leitet das Institut für Bioanalytik der Fachhochschule Coburg und promovierte gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Römpp von der Universität Bayreuth. Die Arbeit wurde von der TechnologieAllianzOberfranken TAO finanziert.

Forschung und (Familien-) Leben

Marwa Malhis kümmert sich für einen Moment um ihr Baby; Fast nebenbei setzt sie das Videointerview fort: Die 36-Jährige hatte vor weniger als einem Jahr das jüngste ihrer drei Kinder. “Oh”, sagt sie, als ob alles sehr einfach wäre, “es hat gut geklappt: Ich habe alle theoretischen Dinge während der Schwangerschaft geschrieben.” Sie schrieb ihre Doktorarbeit in englischer Sprache. Es ist einfacher für sie, sagt sie in fließendem Deutsch mit irgendwie – schwer zu klassifizieren: ein leichter französischer Akzent? Aber kommt sie ursprünglich aus Syrien? Sie lacht. “Ja, mein Mann und ich haben vier Jahre in Frankreich gelebt, bevor wir nach Deutschland kamen.” Das war vor dem Bürgerkrieg in Syrien, wo sie in der Pharmaindustrie arbeitete.

Ihre Forschungsarbeit in Coburg ist ein großer Erfolg, wie Prof. Funke betont: “Es gibt noch keine Therapie für die Ursache der Alzheimer-Demenz.” Deshalb ist die Forschung in diesem Bereich so wichtig. “Wir haben bereits ein Patent für den Wirkstoff angemeldet.” Die Doktorandin hofft auch, dass ihre Arbeit irgendwann zu einer Droge wird. „Es wäre so schön, Ihren Teil dazu beizutragen, Menschen zu helfen. “Ich liebe Forschung!” Sagt Malhis. Wenn ihre Arbeit gedruckt wird, kann die Coburger Bioanalytikerin offiziell promovieren.

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