Der Huawei-Manager soll Mitarbeiter in München mit Industriespionage beauftragt haben ⋆ Nürnberger Blatt

Huawei – Bild: 9_fingers_ via Twenty20

Ein Entwicklerteam des Huawei-Forschungszentrums in München hat ernsthafte Vorwürfe gegen die chinesische Gruppe in Bezug auf „Welt am Sonntag“ erhoben. Wie die Zeitung berichtet, soll ein für das Team zuständiger Manager die IT-Spezialisten im März 2019 beauftragt haben, wichtige Software des Konkurrenten Cisco zu recherchieren und auf nicht autorisierte Weise neu zu erstellen. Dementsprechend könnte der Auftrag direkt von der Huawei-Zentrale in China kommen.

Die Teammitglieder beschrieben laut “Welt am Sonntag”, dass sie sich dem Befehl widersetzt hatten und baten die Rechtsabteilung um Klärung. Diese Klarstellung fand jedoch nicht statt. Nachdem sich das Team geweigert hatte, den Auftrag auszuführen, spürten einige von ihnen die Konsequenzen. Der Arbeitsvertrag eines Mitarbeiters wurde gekündigt, ein anderer herabgestuft und ein dritter, der als Freiberufler tätig war, erhielt keine Vertragsverlängerung.

Huawei Deutschland wies die Vorwürfe auf Antrag von “Welt am Sonntag” zurück. Das Unternehmen sagte, der Prozess sei intern überprüft worden. Weder „externe gesetzliche oder vertragliche Vorschriften noch interne Richtlinien wurden zu irgendeinem Zeitpunkt verletzt“. Eine Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums hat nie stattgefunden und war nie geplant oder beabsichtigt. Huawei äußerte sich nicht zu den angegebenen Konsequenzen für die betroffenen Mitarbeiter.

Huawei ist einer der weltweit größten Anbieter von Telekommunikationsgeräten und führend in der 5G-Technologie. In zahlreichen Ländern, einschließlich Deutschland, gibt es Bedenken, dass die Huawei-Technologie ein Tor für chinesische Spionage oder Sabotage sein könnte. Die USA und Großbritannien haben das Unternehmen daher vom Aufbau ihrer 5G-Netze ausgeschlossen und üben Druck auf die europäischen Länder aus, dasselbe zu tun.

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