Das Kölner Arbeitsgericht erklärt die Kündigung wegen Koronaquarantäne für unwirksam ⋆ Nürnberger Blatt

Kündigung – Bild: andy_nowack über Twenty20

Eine Kündigung aufgrund einer vom Gesundheitsamt angeordneten Koronaquarantäne ist nach Ansicht des Kölner Arbeitsgerichts unwirksam. Das Gericht bestätigte die Beschwerde des betroffenen Arbeitnehmers, wie sie aus einer Mitteilung am Mittwoch hervorging. Die Kammer fand die Kündigung „unmoralisch“ und „untreu“. Das Gericht begründete sein Urteil am vergangenen Donnerstag mit der Feststellung, dass der Mitarbeiter „lediglich die offizielle Quarantäneanordnung eingehalten hat“.

Um die Sache noch schlimmer zu machen, forderte der Arbeitgeber nach Ansicht der Kammer seine Mitarbeiter “ausdrücklich” auf, entgegen der Quarantäneanweisung zur Arbeit zu kommen. Der Kläger ging im Oktober zu Hause als Ansprechpartner für den Bruder seiner Freundin in die Quarantäne, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sein Arbeitgeber bezweifelte die Quarantäneanordnung und vermutete, dass der Arbeitnehmer nur die Arbeit “vermeiden” wollte.

Die Dachdeckerfirma forderte daraufhin eine schriftliche Bestätigung des Gesundheitsamtes an, die nach Angaben des Gerichts auch nach mehreren Tagen nicht zur Verfügung stand. Daraufhin wurde der Arbeitnehmer entlassen, gegen den er rechtliche Schritte einleitete. Gegen das Urteil kann beim regionalen Arbeitsgericht in Köln Berufung eingelegt werden.

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