Das Kartellamt hat keine Einwände gegen den Zusammenschluss von Deutsche Wohnen und Vonovia ⋆ Nürnberger Blatt

Vonovia – Bild: Vonovia SE

Das Bundeskartellamt hat den geplanten Zusammenschluss der Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen freigegeben. “Die gemeinsamen Marktanteile der Unternehmen rechtfertigen kein kartellrechtliches Verbot”, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag. Nach zwei zuvor gescheiterten Übernahmeversuchen einigten sich die beiden Immobilienkonzerne Ende Mai auf einen Zusammenschluss.

„Mit Vonovia und Deutsche Wohnen würden zwei Schwergewichte auf dem deutschen Wohnungsmarkt zusammenkommen, und wir wissen natürlich auch, wie angespannt die Wohnungssituation in Berlin und vielen anderen Großstädten ist“, sagte Mundt. „Deshalb haben wir die verschiedenen regionalen Wohnungsmärkte sorgfältig geprüft“, fügte er hinzu.

Besonderes Augenmerk legten die Wettbewerbswächter auf Zwei- bis Dreizimmerwohnungen mit normaler Ausstattung und einer Nettomiete von bis zu sieben Euro pro Quadratmeter. „Die beiden Unternehmen haben in diesem Segment relativ viele Wohnungen im Bestand“, erklärt Mundt. „In Berlin liegt der gemeinsame Marktanteil in diesem Segment deutlich unter 20 Prozent, in Dresden knapp über 20 Prozent. In anderen Städten und in anderen Marktsegmenten sind die gemeinsamen Marktanteile durchweg geringer. “

Insgesamt sei die Anbieterstruktur für Mietwohnungen laut Kartellamt „trotz der großen Wohnungsbaugesellschaften noch sehr fragmentiert“. Auf lokaler oder regionaler Ebene ist daher „keine wesentliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch den Zusammenschluss zu erwarten“. In den relevanten Märkten sind neben zahlreichen privaten Vermietern auch kommunale Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften und andere gewerbliche Anbieter vertreten, die den Handlungsspielraum von Vonovia auch nach der Übernahme der Anteile an der Deutsche Wohnen „weiterhin einschränken“.

Insgesamt umfasste das Portfolio von Vonovia nach Angaben des Kartellamtes Ende März rund 354.000 eigene Wohneinheiten in Deutschland; Die Deutsche Wohnen verfügt über rund 155.000 Mietwohnungen, davon rund 70 Prozent in Berlin.

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