Corona Lockdown zwingt ein Drittel der Unternehmen zur Kurzarbeit ⋆ Nürnberger Blatt

Kurzarbeit

Die derzeitige Koronasperre zwingt fast ein Drittel der Unternehmen in Deutschland zu Kurzarbeit. Im Januar beantragten laut einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts 31 Prozent der Unternehmen staatliche Lohnzuschüsse für Kurzarbeit. In der Gastronomie waren es sogar 86 Prozent der Unternehmen. Die Gewerkschaft Food-Genuss-Restaurants forderte eine Mindestarbeitszeit von 1200 Euro.

Die 86 Prozent der vom Ifo genannten Unternehmen sind “viel mehr als eine abstrakte Zahl”, erklärte Gewerkschaftsführer Guido Zeitler: “Das sind Hunderttausende von Menschen, die dringend Hilfe und eine Perspektive brauchen.” Daher muss die Bundesregierung endlich die Mindestarbeitszeit von 1200 Euro auf dem Weg erhalten. Das Kurzzeitarbeitsgeld beträgt 60 Prozent des verlorenen Nettolohns, 67 Prozent für Eltern, und für längere Zeiträume steigt der Anteil auf bis zu 80 Prozent.

Das Ifo-Institut hatte bereits Anfang Februar absolute Zahlen veröffentlicht: Demnach stieg die Zahl der Kurzzeitarbeiter im Januar aufgrund der Sperrung um 20 Prozent auf 2,6 Millionen. In der Gastronomie mussten 594.000 Mitarbeiter kurzfristig arbeiten – ein Anteil von fast 56 Prozent an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter in der Branche.

Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit stieg nach Angaben der “Augsburger Allgemeinen” vom Donnerstag von 28 Prozent im Dezember auf 31 Prozent im Januar. Die höchste Quote von 90 Prozent war die Quote der Unternehmen mit Kurzzeitarbeit in Reisebüros und Reisebüros. Laut Ifo musste sich die Hälfte der Unternehmen im Einzelhandel und in der Automobilindustrie für Kurzzeitarbeit bewerben. Die Sektoren Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer waren am besten: Sie mussten sich nicht für Kurzarbeit bewerben.

Die grüne Parlamentsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt forderte eine Reform der Regeln für Kurzzeitzulagen. “In vielen Fällen reichen die bisherigen Erfolge nicht aus, um Menschen mit niedrigem Einkommen in der Krise zu schützen und zu unterstützen”, erklärte sie. Daher müssten die bestehenden Vorschriften “um einen Mindestbetrag und eine soziale Staffelung der Leistungen erweitert werden”. Niemand sollte “aufgrund von Kurzarbeit unter das Existenzminimum fallen”, forderte Göring-Eckardt.

Der Gruppenleiter wies darauf hin, dass der soziale Zusammenhalt angesichts wachsender existenzieller Sorgen unter Druck gerate. Umso wichtiger ist es, “jetzt alles zu tun, damit die soziale Ungleichheit nicht weiter zunimmt und der Staat sein Sicherheitsversprechen in der Krise hält”.

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