Bienenschädigende Pestizide in Frankreich erneut zugelassen

Symbolisches Bild: Pestizide

Bienenschädigende Pestizide wurden in Frankreich in begrenzter Form erneut zugelassen. Eine entsprechende Gesetzesänderung trat am Dienstag in Kraft, als sie im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Es ermöglicht Zuckerrübenbauern, sogenannte Neonicotinoide zu verwenden.

In Deutschland hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Montag eine Notzulassung für ein Pestizid – Thiamethoxam – erteilt, die lokal auf die Anbaufläche von drei Zuckerfabriken in Nordrhein-Westfalen und von Anfang an beschränkt ist Januar bis Ende April 2021.

Das war eine “Tabupause”, kritisierte der grüne Europaabgeordnete Martin Häusling am Dienstag. Neonicotinoide sind “die gefährlichsten Gifte, die wir in der Landwirtschaft kennen”.

In Frankreich gilt die Befreiung bis zum 1. Juli 2023. Der französische Verfassungsrat hat letzte Woche die Gesetzesänderung gebilligt. Die Regierung hatte den Änderungsantrag durch das Parlament gegen den Widerstand in ihren eigenen Reihen gebracht.

Die Erzeuger klagen über schweren Schädlingsbefall und Ernteausfälle, in Frankreich rund 30 Prozent. Die dortigen Rübenproduzenten schätzen den Schaden in diesem Jahr auf 280 Millionen Euro. Frankreich ist der größte Zuckerrübenproduzent in Europa.

Neonicotinoide gehören zu den weltweit am häufigsten verwendeten Pestiziden. Die Wirkstoffe töten jedoch nicht nur Blattläuse, Holzwürmer und andere Schädlinge ab, sondern schädigen auch Bienen und Hummeln schwer: Sie schwächen das Immunsystem, stören die Orientierung und beeinträchtigen die Fortpflanzung. Die EU hat 2018 drei dieser Fonds verboten, Frankreich sogar fünf. Greenpeace und Imker hatten die begrenzte Rückübernahme in Frankreich als “Rückschritt” im Umweltschutz kritisiert.

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