Bidens Klimagipfel im April nimmt Gestalt an ⋆ Nürnberger Blatt

Klimaschutz

Der von US-Präsident Joe Biden geplante Klimagipfel, mit dem er Washingtons Rückkehr zum Kampf gegen den Klimawandel markieren will, nimmt Gestalt an: Nach Angaben des Weißen Hauses nahmen 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt an dem virtuellen Gipfel teil am Freitag und 23. April, darunter Chinas Präsident Xi Jinping und Kreml-Chef Wladimir Putin.

Der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Boris Johnson, der indische Premierminister Narendra Modi, sein israelischer Kollege Benjamin Netanyahu und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro erhielten eine Einladung. Nach Angaben des Weißen Hauses sind 17 Staaten vertreten, die für 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, sowie Staaten, die im Kampf gegen den Klimawandel führend sind – oder die besonders von den Folgen betroffen sind.

Der Gipfel ist Teil von Bidens Plan, im Kampf gegen die Klimakrise wieder eine aktive Rolle zu spielen. Sein Vorgänger Donald Trump hatte die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 herausgeführt und die USA zu einem internationalen Außenseiter in Bezug auf die Klimapolitik gemacht. Trumps demokratischer Nachfolger kehrte kurz nach seinem Amtsantritt zu der Vereinbarung zurück.

Seit dem 19. Februar beteiligt sich die größte Volkswirtschaft der Welt wieder am Kampf gegen die Klimakrise – wie fast alle Länder weltweit. Dafür ist Biden auch bereit, mit den Rivalen Russland und China zusammenzuarbeiten. Die internationalen Ambitionen werden von einer ehrgeizigen Klimapolitik im Inland flankiert: Unter anderem sollte der US-Elektrizitätssektor bis 2035 keine Emissionen mehr verursachen und die US-Wirtschaft bis 2050 klimaneutral werden.

Der Klimagipfel im April sollte “die Dringlichkeit – und die wirtschaftlichen Vorteile – entschlossener Klimaschutzmaßnahmen unterstreichen”, sagte das Weiße Haus. Dies ist ein “wichtiger Schritt” auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow im November.

Bis dahin wird Washington ein “ehrgeiziges Emissionsziel für 2030” als Beitrag zum Pariser Abkommen bekannt geben, heißt es in der Erklärung des Weißen Hauses. Mit seiner Einladung zum Gipfeltreffen im April forderte Biden auch die anderen Staats- und Regierungschefs auf, ihre Strategien zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens vorzustellen.

Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die internationale Gemeinschaft beschlossen, die globale Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf zwei Grad zu begrenzen und wenn möglich auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Ziele sind jedoch nicht bindend, die Umsetzung bleibt jedem Land überlassen.

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