Biden ernennt Ex-Präsidentschaftskandidat Buttigieg zum Verkehrsminister ⋆ Nürnberger Blatt

Pete Buttigieg – Bild: Gage Skidmore aus Surprise, AZ, Vereinigte Staaten von Amerika, CC BY-SA 2.0über Wikimedia Commons

Der frühere US-Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg wurde vom zukünftigen Präsidenten Joe Biden zum Verkehrsminister ernannt. Biden sagte am Dienstagabend (Ortszeit), er sei sicher, dass der 38-Jährige das Amt „mit Konzentration, moralischem Flair und kühner Vision“ ausüben werde. US-Medien hatten zuvor über Buttigiegs Nominierung berichtet. Medienberichten zufolge wird die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates Michigan, Jennifer Granholm, die Energieministerin der Regierung von Biden sein.

Der frühere Bürgermeister Buttigieg sorgte im Wahlkampf der Demokraten für Aufsehen und gilt seitdem als eine der größten Hoffnungen der Partei auf junge Talente. Sollte er grünes Licht für seine Nominierung im Senat erhalten, würde er der erste offen schwule Minister in der Geschichte der USA werden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign bezeichnete Buttigiegs Nominierung als “historisch”. Biden und die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris hielten ihr Versprechen, eine Regierung zu bilden, die die “Vielfalt” des Landes widerspiegelte.

Unter dem scheidenden Präsidenten Donald Trump hatte der offen schwule ehemalige US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, bereits einen vorübergehenden Kabinettsrang in seiner Funktion als Executive Secretary Service Director – allerdings nur für einige Monate und ohne Bestätigung durch den Senat.

In der Hauptkampagne war Buttigieg von einem weitgehend unbekannten Außenseiter zu einem ernsthaften Kandidaten für die Nominierung des demokratischen Präsidenten geworden. Der beredte Vertreter des politischen Zentrums landete bei den ersten beiden Vorwahlen im Februar auf den Plätzen eins und zwei. Infolgedessen fiel der ehemalige Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana immer mehr zurück.

Anfang März stieg Buttigieg schließlich aus dem Präsidentenrennen aus, das sich zunehmend zu einem Duell zwischen Biden und dem linken Senator Bernie Sanders entwickelte. Er stand dann hinter Biden, der wie er zum gemäßigten Parteiflügel gehört.

Biden verglich Buttigieg mit seinem Sohn Beau, der 2015 an einem Gehirntumor starb: “Er erinnert mich an meinen Sohn Beau”, sagte Biden. “Das ist das größte Kompliment, das ich machen kann.”

Buttigieg unterstützte Biden auch im Wahlkampf gegen Präsident Donald Trump. Die Ernennung des afghanischen Veteranen und ehemaligen Unternehmensberaters für einen Kabinettsposten ist daher keine Überraschung.

Das Verkehrsministerium dürfte in der Regierung von Biden von großer Bedeutung sein: Der gewählte Präsident will die angeschlagene Infrastruktur des Landes mit massiven Investitionen modernisieren.

Ex-Gouverneur Granholm als Energieminister würde ebenfalls eine wichtige Rolle bei Bidens geplanter Modernisierung des Landes spielen. Der künftige Präsident strebt eine klimafreundliche Gesamtorientierung der US-Wirtschaft an, wobei die Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden soll. Der 61-jährige Granholm ist ein Verfechter erneuerbarer Energien.

Biden arbeitete einmal eng mit dem ehemaligen Gouverneur von Michigan zusammen, als er Vizepräsident unter Barack Obama war. Gemeinsam koordinierten sie 2008 die Rettungsmaßnahmen für die US-Autoindustrie während der Finanzkrise.

Biden hat eine Reihe von Ministern nominiert, seit er Trump bei den Wahlen am 3. November besiegt hat. Sein langjähriger außenpolitischer Berater Antony Blinken soll Außenminister, die ehemalige Zentralbankchefin Janet Yellen als erste Frau in der Geschichte der USA Finanzministerin und der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin als erste afroamerikanische Verteidigungsministerin sein.

Biden soll am 20. Januar als 46. US-Präsident vereidigt werden. Am Montag wurde sein Wahlsieg vom sogenannten Wahlkollegium bestätigt, dh von den auf der Grundlage der Wahlergebnisse in den einzelnen Staaten ernannten Wählern. Der ehemalige Vizepräsident erhielt 306 der 538 Wahlstimmen, Trump 232.

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