Berliner Kommissarin fordert keine Hinrichtung von Frauen in den USA ⋆ Nürnberger Blatt

Symbolisches Bild: Todesstrafe

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), hat die für Dienstag in den USA geplante Hinrichtung eines verurteilten Mörders scharf kritisiert. Es appelliere “dringend” an die Regierung des scheidenden Präsidenten Donald Trump, von dieser und zwei weiteren auf US-Bundesebene geplanten Hinrichtungen Abstand zu nehmen, sagte Kofler am Montag in Berlin.

Der Menschenrechtsbeauftragte betonte, dass die Todestraktinsassin Lisa Montgomery vom zuständigen Gericht für mehrere psychische Erkrankungen zertifiziert worden sei. Die Frau war seit frühester Kindheit häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt. Kofler unterstrich auch die grundsätzliche Ablehnung der Todesstrafe durch die Bundesregierung. Es ist eine “grausame und unmenschliche Art der Bestrafung”.

Montgomerys Anwälte hatten Trump letzte Woche um Gnade gebeten. Sie forderten die Umwandlung des Todesurteils in lebenslange Haft. Die Anwälte des 52-Jährigen argumentierten in ihrem Brief an den scheidenden Präsidenten, dass ihr Mandant zum Zeitpunkt des Verbrechens im Jahr 2004 schwer psychisch krank war.

Montgomery hatte eine hochschwangere Frau erwürgt und das Baby aus ihrem Bauch geschnitten. Die Vollstreckung des Todesurteils wäre die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit 1953. Trump, der am Mittwoch nächster Woche sein Amt niederlegen wird, ist ein Befürworter der Todesstrafe.

Montgomery wurde am Tag nach dem Verbrechen in ihrem Haus in Skidmore, Missouri, etwa 250 Kilometer vom Tatort entfernt, festgenommen. Sie hatte das gestohlene Baby, das die grausame Tat mit sich überlebte. Bevor sie gestand, erzählte sie der Polizei und ihrem Ehemann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe.

Montgomery wurde 2007 zum Tode verurteilt. Das US-Justizministerium entschied in ihrem Fall sowie zwölf weitere Todestraktinsassen in Bundesgefängnissen, dass die Hinrichtungen im vergangenen Jahr durchgeführt werden sollten. Zuvor waren Hinrichtungen durch die Bundesjustiz für 17 Jahre ausgesetzt worden.

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