Ärztekammern fordern wegen der Delta-Variante mehr Tempo bei Impfungen und mehr Impfstoffe ⋆ Nürnberger Blatt

Impfung – Bild: 9_fingers_ via Twenty20

Angesichts der zunehmenden Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus haben Ärztekammern eine Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland und mehr Impfstoffe für niedergelassene Ärzte gefordert. „Gebt uns genug Impfstoffe! Wir dürfen beim Impfen nicht nachlassen“, forderte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausarztverbandes Ulrich Weigeldt. „Je mehr Menschen geschützt werden, desto geringer sind die Chancen für die Delta-Variante“, sagte er das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND / Donnerstagsausgaben).

Die Delta-Variante werde “nicht die letzte Mutation sein, die das Virus im Kampf ums Überleben finden wird”, sagte Weigelt. Angesichts der aktuellen Vorfälle sieht er derzeit jedoch keinen Grund zur Beunruhigung.

Auch der Verband der Kinderärzte forderte, die Impfrate deutlich zu erhöhen. Bundessprecher und Kinderarzt Jakob Maske sagte dem RND, die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren sei besonders gefährdet. “Diese Menschen haben oft keine oder nur die erste Impfung erhalten und sind daher einem erhöhten Risiko ausgesetzt.”

Deutschland hat den großen Vorteil, dass sich die Delta-Variante hier erst relativ spät ausbreitet. Das Virus betreffe eine weitgehend geimpfte Bevölkerung, sagte der Kinderarzt. Viele Mitglieder von Risikogruppen sind bereits vollständig geschützt. Zudem reduziere eine hohe Impfrate auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung, sagte Maske.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, zeigte sich hinsichtlich der Auslastung der Kliniken optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen in Relation zur Zahl der Infizierten aufgrund der höheren Zahl geringer ausfallen wird als in den Vorwellen Impfrate Pandemie“, sagte Gass dem RND.

Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Intensiv- und Notfallmedizin e. “Bei einer vollständigen Durchimpfung ist es auch bei steigender Inzidenz wahrscheinlich, dass viele Menschen ohne oder nur mit geringfügigen Symptomen erkranken.”

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