Arbeitgeberpräsident warnt vor Stellenabbau im Corona Lockdown ⋆ Nürnberger Blatt

Rainer Dulger – Bild: BDA / Michael Huebner

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt vor Stellenabbau, wenn Bund und Länder auf ihrer Konferenz zum Corona Lockdown am Mittwoch kein “Eröffnungsszenario” beschließen. Aus Sicht des Arbeitgebers wäre es „unverständlich“, die Beschränkungen fortzusetzen, wenn es nicht „endlich ein klares und regelbasiertes Eröffnungsszenario“ gäbe, sagte Dulger gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagausgabe).

Vielen Unternehmen in Deutschland fehlt “jeder Planungshorizont”, kritisierte der Präsident des Bundes der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). “Und viele Unternehmen haben bereits den Punkt erreicht, an dem sie Stellen abbauen müssen, viele stehen kurz davor.” In der deutschen Wirtschaft ist es “kurz vor zwölf”. Das Land steht vor „entscheidenden Wochen, die unsere Zukunft und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit bestimmen“.

Vertreter des Catering- und Hotelgewerbes sowie des Autohandels forderten von der Landeskonferenz konkrete Eröffnungsperspektiven. „Die Verzweiflung ist groß. Die Aussicht fehlt “, sagte die Geschäftsführerin des Hotel- und Restaurantverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, RND. Viele Unternehmen der Branche wissen nicht mehr, wie sie Miete und Gehälter bezahlen sollen: “Die Banken geben Unternehmen auch kein Geld mehr.”

Nach Angaben der Branche wird die Situation im Autohandel von Woche zu Woche schwieriger. Im Januar sank die Zahl der Neuzulassungen um 31,1 Prozent und die Zahl der verkauften Gebrauchtwagen gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,4 Prozent, so RND, der Zentralverband der deutschen Kraftfahrzeugindustrie, der mit diesen Zahlen erklärten die Nachfrage nach Perspektiven für die Wiedereröffnung des Autohandels.

Der Zentralverband des deutschen Friseurhandels hofft wiederum, dass die Geschäfte des Gewerbes am Montag wieder öffnen können. “Die 240.000 Friseure in Deutschland hoffen, dass der Friseurhandel am 15. Februar wieder aufgenommen wird”, sagte Verbandspräsident Harald Esser gegenüber dem RND. Er warnte davor, dass längere Schließungen von Friseursalons die Pandemie negativ beeinflussen könnten. Die Sperrung führt zu einer wachsenden illegalen Beschäftigung in der Branche. Friseurservices sind jedoch nur in professionellen Salons sicher.

Die seit Mitte Dezember in Deutschland geltende harte Sperrung ist auf den nächsten Sonntag beschränkt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen diskutieren.

Die Zahl der Infektionen in Deutschland ist seit Wochen rückläufig. Das Ziel von Bund und Ländern, die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in diesem Zeitraum – auf unter 50 zu senken, wurde noch nicht erreicht. Die Situation ist auch komplizierter geworden, da neue Formen des Virus auftauchen, die als besonders ansteckend gelten.

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