AOK zur Integration des E-Rezepts in Kassen-Apps

(Symbolfoto: pixabay)

Die AOK-Community begrüßt die Einführung des elektronischen Rezeptes für Arzneimittel, die zunächst ab dem 1. Juli im Rahmen eines eng begrenzten Pilotprojekts in der „Schwerpunktregion“ Berlin / Brandenburg erfolgen wird. Gleichzeitig setzt sich die AOK dafür ein, dass das E-Rezept künftig nicht nur in der E-Rezept-App gematik, sondern auch in den Apps und Online-Plattformen der gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden kann.

„Das E-Rezept ist ein wichtiger Baustein für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens“, sagt Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes. „Der richtige Ort für die Integration und Übermittlung des E-Rezepts an die Versicherten sind die bestehenden Krankenkassen-Apps. Diese sollen die zentrale Plattform für die Versicherten sein, auf der sie alle Anträge für Rezepte, Rezepte, Notfalldaten, Organspendeausweis oder Medikationsplan zusammengefasst finden“, so Litsch.

Mit dem Gesetz zur digitalen Modernisierung der Versorgung und Pflege (DVPMG) hat der Gesetzgeber bereits die Grundlage dafür geschaffen, dass die Krankenkassen ihren Versicherten das E-Rezept per Smartphone anbieten können. Aus Sicht der AOK soll dies nun auch in der Praxis zeitnah durch eine entsprechende Verordnung ermöglicht werden. „Wichtig ist auch, dass die Nutzung des E-Rezepts möglichst barrierefrei und ohne unnötige Hürden wie die obligatorische Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte erfolgt“, so Litsch. Der derzeitige Prozess ist noch zu kompliziert.

Zwar verfügen alle Versicherten, die eine neue Gesundheitskarte erhalten, seit langem über die notwendigen NFC-fähigen Gesundheitskarten. Allerdings haben bisher erst knapp 2.000 AOK-Versicherte die PIN beantragt, die auch für die Registrierung benötigt wird. Das alternative Verfahren ohne den Einsatz einer NFC-fähigen elektronischen Gesundheitskarte und der dazugehörigen PIN, das die Krankenkassen laut DVPMG zum 1. Januar 2022 für das E-Rezept anbieten sollten, ist daher aus Sicht der AOK der richtige Ansatz . „Dieses alternative Verfahren wollen wir unseren Versicherungsnehmern zum 1. Januar 2022 anbieten. Ob das gelingt, hängt jedoch von den Plänen der gematik für die konkrete Ausgestaltung ab, die wir derzeit mit Spannung erwarten“, so Litsch. “Wir bieten bereits ein vergleichbares Online-Verfahren zur Eintragung in die elektronische Patientenakte der AOK an.”

Litsch: E-Rezept kann Prozesse für alle Beteiligten effizienter machen

Aufgrund der aktuell hohen Zugangsbarrieren ist nach Ansicht der AOK-Experten auch zu Beginn mit Problemen bei der Kommunikation und der Umsetzung der Prozesse rund um das elektronische Rezept zu rechnen. Die kurzfristige Anpassung des Zeitplans und die Verschiebung der bundesweiten Einführung auf den Beginn des 4. Quartals zeigen, dass diese Probleme auch im Bundesgesundheitsministerium gesehen werden. „Die Durchführung einer Testphase in der Fokusregion Berlin/Brandenburg kann helfen, die Prozesse vor dem bundesweiten Roll-out zu überprüfen und Schnittstellenprobleme gemeinsam zu lösen“, sagt Martin Litsch.

Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Umsetzungsprobleme ist es gut, dass es in der Startphase des E-Rezepts noch analoge Alternativen mit dem herkömmlichen Papierrezept und dem Druck des sogenannten E-Rezept-Tokens durch den Arzt gibt. Abgesehen davon sei die Digitalisierung an dieser Stelle absolut sinnvoll, betont der AOK-Vorstand: „Die digitale Übermittlung von Rezepten kann für die Versicherten, aber auch für Apotheker und Krankenkassen zukünftig Prozesse deutlich vereinfachen und effizienter gestalten.“

Elektronische Patientenakte: Anbindung der Praxen wird obligatorisch

Auch für die Einführung der elektronischen Patientenakte (EPB) ist der 01.07.2021 ein wichtiger Termin: Bis zu diesem Datum müssen die Vertragsärzte gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass sie über die technischen Komponenten zum Lesen und Ausfüllen der EPB verfügen . „Die elektronische Patientenakte ist ein zukunftsweisendes Projekt. Es wird die Vernetzung der verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen unterstützen und hat einen echten Nutzen für unsere Versicherten, wenn es flächendeckend genutzt und von den Ärzten besetzt wird“, betont AOK-Vorstandsmitglied Litsch.

Die AOK und die anderen gesetzlichen Krankenkassen bieten ihren Versicherten seit Januar 2021 den Zugang zu ihrem persönlichen ePA an. „So richtig interessant wird es für die Patienten aber erst mit der obligatorischen Anbindung der Arztpraxen“, sagt Litsch. Die AOK wird in den nächsten Monaten Schritt für Schritt die Information und Aufklärung ihrer Versicherten über ihre ePA-App „AOK Mein Leben“ intensivieren.

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