Angriffe auf Muslime auf niedrigstem Niveau seit Jahren

(Beispielfoto: nex24)

Osnabrück – Die Zahl der Angriffe auf Muslime und Moscheen in Deutschland ist niedriger als seit Beginn dieser Volkszählung im Jahr 2017. Im zweiten Quartal, von April bis Juni, wurden insgesamt 99 islamfeindliche Straftaten registriert – das ist ein überraschend starker Rückgang . Die Zahlen stammen aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der linken Abgeordneten Ulla Jelpke, die der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ) stehen zur Verfügung. Im Jahr 2017 und davor wurden islamfeindliche Angriffe und die Moschee als Tatort getrennt abgefragt. Die Täter kommen meist aus dem richtigen Spektrum.

Nach Angaben der Linksfraktion dürften die endgültigen Zahlen aufgrund von Nachmeldungen wie gewohnt steigen. Zu den Vorfällen gehörten Volksverhetzung, Beleidigungen, verbale Beschimpfungen, Störung der religiösen Praxis und Sachbeschädigung. Sechs Taten richteten sich gegen Moscheen oder andere religiöse Stätten. Bei den Angriffen wurden drei Menschen verletzt.

Damit setzte sich der Abwärtstrend aus dem ersten Quartal fort, in dem die Behörden 113 Anschläge verzeichneten. Seit Jahresbeginn gab es weniger als halb so viele Acts wie im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Im letzten Quartal 2020 gab es laut Bundesregierung noch 225 Straftaten.

Die Innenexpertin der linken Fraktion Ulla Jelpke zeigte sich mit den Zahlen zufrieden – aber auch skeptisch: „Das ist eine positive Entwicklung, auch wenn noch völlig offen ist, wie es zu dieser plötzlichen Kehrtwende seit Jahresbeginn gekommen ist. ” Sie fügte hinzu: „Es erscheint mir verfrüht, von einem verfestigten Trend auszugehen oder gar Entwarnung zu geben.“ Zumal nur die gemeldeten Straftaten in der Statistik auftauchen würden, während die Dunkelziffer erfahrungsgemäß hoch ist von der Polizei nicht als islamfeindlich anerkannt würden oder sich Betroffene aus Schüchternheit und Misstrauen gegenüber den Behörden gar nicht erst an die Polizei wenden würden.

Auch im zweiten Quartal gab es nach Angaben des Innenministeriums keine anti-islamischen Aufzüge. Das ist nach Ansicht der Linken falsch, denn immerhin versammelt sich Pegida Dresden jeden Montag zu ihren Märschen. Jelpke sagte: “Dass die Bundesregierung diese Aufzüge unterdrückt, lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Kampfes gegen antimuslimischen Rassismus aufkommen.”

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