Alkoholkonsum in der Koronakrise: größter Rückgang seit 1993

(Symbolfoto: pixabay)

Geschlossene Restaurants und Bars, abgesagte Veranstaltungen, eingeschränkter Grenzverkehr: Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Koronapandemie führten 2020 zu einem Rückgang des Alkoholkonsums pro Einwohner in Deutschland.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 3,3 Liter Sekt und 2,1 Liter Alkohol in Spirituosen pro Kopf konsumiert. Dies entspricht einem Rückgang von 2,1% bzw. 0,9% gegenüber 2019. Der Pro-Kopf-Bierkonsum war mit einem Rückgang von 5,4% auf 86,9 Liter am stärksten rückläufig – das war der größte Rückgang in den letzten zehn Jahren.

Dies bedeutet, dass jeder Einwohner im Jahr 2020 durchschnittlich fast fünf Liter weniger Bier konsumierte als im Vorjahr. Im Gegensatz dazu stieg der Verbrauch von sogenannten Zwischenprodukten – dazu gehören im Wesentlichen alkoholhaltige Weine wie Sherry, Madeira oder Portwein – im Jahr 2020 und damit zum fünften Mal in Folge: durchschnittlich 0,2 Liter davon Pro-Kopf-Verbrauch, eine Steigerung von 7,7% gegenüber 2019.

Die Verbraucherpreise für alkoholische Getränke fallen

Angesichts des rückläufigen Verbrauchs von Bier, Sekt und Spirituosen sowie der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuersätze in der zweiten Jahreshälfte 2020 fielen die Verbraucherpreise für diese alkoholischen Getränke im Corona-Jahr 2020. Die Sektprodukte Sekt, Prosecco und Champagner (durchschnittlich -1,2% im Jahr 2020 gegenüber 2019), gefolgt von Bier (-0,9%) und Spirituosen (-0,3%).

Minusrekord: Die Bierverkäufe im Januar 2021 liegen 27% unter dem Vorjahresmonat

Die Auswirkungen der Koronapandemie sind besonders deutlich auf den Bierverkauf. Insgesamt verkauften die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager im Jahr 2020 rund 8,7 Milliarden Liter alkoholisches Bier, 508,2 Millionen Liter weniger als im Jahr 2019. Dies ist der größte Einbruch seit 1993, dem Jahr, in dem die Biersteuer reformiert wurde.

Dieser Rückgang von 5,5% gegenüber dem Vorjahr war deutlich stärker als der durchschnittliche Rückgang in den Jahren 2011 bis 2019, der bei rund 0,7% lag. Ein Blick auf die monatlichen Zahlen für den Bierverkauf im Laufe des Jahres zeigt den Einfluss der Catering-Schließungen und abgesagten Großveranstaltungen. Besonders stark gingen die Bierverkäufe in den Sperrmonaten zurück: Der bisher stärkste Umsatzrückgang gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat von -27% wurde im Januar 2021 verzeichnet.

Die Zahl der in Deutschland betriebenen Brauereien ging im Corona-Jahr 2020 ebenfalls zurück: um 24 Brauereien auf insgesamt 1.528. Damit war der seit 2012 andauernde stetige Anstieg vor allem kleinerer Brauereien beendet.

Der Absatz von Spirituosen sinkt um 0,9%

Der sinkende Alkoholkonsum während der Pandemie zeigt sich auch beim Verkauf von Spirituosen: Dieser ging gegenüber 2019 leicht um 14.630 Hektoliter Alkohol oder 0,9% zurück. Ein Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt jedoch erhebliche Schwankungen, so dass nur ein Teil von Der Rückgang ist offensichtlich, dass die Corona-Krise wahrscheinlich fällig ist.

Der Verkauf von Sekt für den Inlandsverbrauch sinkt um 2,1%

Insgesamt haben die in Deutschland ansässigen Unternehmen und Sektlager im vergangenen Jahr 310,5 Millionen Liter Sekt verkauft – ein Rückgang von 3,2% oder 10,3 Millionen Litern gegenüber 2019. Dies umfasst sowohl im Inland produzierte Schaumweine als auch importierte ausländische Produkte (z. B. Champagner).

Der Großteil des Sekts (88,2%) war für den Inlandsverbrauch bestimmt: Die verkaufte Menge ging gegenüber 2019 um 2,1% auf 273,9 Mio. Liter zurück. Ein Teil des Umsatzrückgangs bei Sekt dürfte auf die Maßnahmen zur Eindämmung der von der Koronapandemie abgesagten Festivals und die vorübergehende Schließung von Restaurants zurückzuführen sein. Der Rückgang war jedoch nicht wesentlich größer als im Vorjahr.

Die Sektausfuhren gehen um 10,7% zurück

Zum ersten Mal seit fünf Jahren ging der Export von Sekt erneut zurück (-10,7%): auf 36,6 Millionen Liter im Jahr 2020. Davon gingen 26,7 Millionen Liter (-6,4%) in EU-Länder und 9,9 Millionen Liter (-20,6) %) in Nicht-EU-Ländern. Für das Minus sind die Einschränkungen während der Koronapandemie wahrscheinlich die Ursache. Die Maßnahmen, insbesondere die Einschränkung des Reiseverkehrs, führten offenbar zu einem stärkeren Rückgang der Nachfrage im Ausland als im Inland.

Die Sektverkäufe in Deutschland sind seit Jahren kontinuierlich rückläufig. Seit 2011 hat sich die Menge um insgesamt 62,4 Millionen Liter oder 16,7% verringert.

Die Verbraucherpreise für Sekt & Co. fielen überdurchschnittlich

Die Preise für Sekt, Prosecco und Champagner fielen im Pandemiejahr 2020 um durchschnittlich 1,2% und damit deutlicher als die Preise für andere alkoholische Getränke. In vier von sechs Monaten des ersten Halbjahres lagen sie bereits unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. In der zweiten Jahreshälfte gab es auch Auswirkungen der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuersätze. Vor dem Hintergrund der seit mehreren Jahren rückläufigen Inlandsverkäufe haben Sektprodukte in fast der gesamten Phase seit 2011 im Vergleich zum gesamten Verbraucherpreisindex eine unterdurchschnittliche Preisentwicklung gezeigt. In den Jahren 2015 und 2016 fielen die Preise sogar im Jahresdurchschnitt um jeweils 0,4%.

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