Afghanistan – der verzögerte politische Bankrott des Westens!

(Foto: Afghanistan / Flickr / DVIDSHUB.CC / BY / 2.0.)

Ein Gastkommentar von Hakan Işık

Ähnlich wie die verspäteten Insolvenzen von Unternehmen aus der Wirtschaft schleppt der Westen seit 2001 diese politische Tragödie mit allen Institutionen an ganzer Front in die Länge. Zuvor zeichnete sich bereits der heutige Ausgang ab. Die Parteinahme des Westens für die radikaleren Kräfte in Afghanistan Ende der 1970er Jahre läutete die heutige humanitäre Katastrophe ein. Die ständige Ausbeutung Afghanistans unter allen bisherigen Akteuren wird zu einer geopolitischen Büchse der Pandora.

Mit dem Rückzug verliert der bisherige Hegemon USA jegliche Legitimität als führende Macht der freien Welt. Während die westliche Presse druckt, was zuvor genehmigt wurde und sich an das Lügenprogramm hält, schwindet auch ihre Legitimität.
Militärisch, politisch, humanitär, demokratisch und moralisch ist der Westen keine Ordnungsmacht mehr. In der Personalunion von Politik und Presse können sie ihren Rückzug nicht revidieren, sondern debattieren, wie schnell die Taliban in Kabul einmarschiert sind und über die Schwäche der eingesetzten Regierung.
Der Unwille der Regierungstruppen zu kämpfen ist zugleich der Unwille des Westens, für seine eisernen und allzu oft beschworenen Werte zu kämpfen.
Die wirklich Schwachen haben sich symbolisch wieder von einem Dach mit einem Helikopter zurückgezogen. Warum also sollten Afghanen für etwas von außen importiertes kämpfen, das offenbar nur künstlich war und nur dem wirtschaftlichen Überleben diente. Damit waren die Regierung und ihre politischen Rentner deckungsgleich mit den Besatzern Afghanistans. Auch die antiquierte UNO ist kongruent, handlungsunfähig, Lösungen zur Abwendung der humanitären Katastrophe werden nicht gehört. Auch hier wird es keine Abhilfe geben.

Es scheint, als würde die Welt die Büchse der Pandora öffnen.
Nein! Jetzt sind andere politisch potentere Akteure gefragt.
Wir erinnern uns daran, dass diese Welt nicht aus 5 besteht, die Welt ist größer und besteht nicht nur aus ideologischen Blockierern im Ständigen Rat der Vereinten Nationen. Dieser potente Akteur ist die Türkei, sie ist in dieser Region historisch verankert und kennt die politische Geographie Afghanistans und ist nicht belastet wie das 5.
Ankara muss sich nun mit dem politischen Bankrott des Westens auseinandersetzen.
Die politischen Überreste der westlichen Systeme können nicht mehr verkauft werden.

Nun gilt es, mit den verbliebenen Kräften diplomatisch zu verhandeln und nach Lösungen zu suchen, sei es durch provisorische Schutzgebiete, Flüchtlingsaufnahme in anderen Ländern, den Transport von Flüchtlingen und gleichzeitig auch die politische Zukunft in friedliche Bahnen zu lenken. Ankara steht vor politischen Herausforderungen, die gelöst werden können, weil der Westen seinen Zenit bereits überschritten hat. Die Annahme dieser geopolitischen Herausforderungen wird Ankara zum Hegemon der Herzen machen. Der einfachste Weg wird die Integration des islamischen Kulturraums sein, jedenfalls ist der Urheber der These, die Welt sei größer als 5, für viele ein Hoffnungsträger im islamischen Kulturraum und kann auf eine große politische Reichweite zurückgreifen. RT Erdogan hat diese Rolle als Politiker.
Mit diesem politischen Kapital kann zumindest die humanitäre Katastrophe im Westen gelindert werden. Der gescheiterte Westen sollte sich dessen bewusst sein und gleichzeitig, dass jetzt Macher gefragt sind – keine politischen PR-Leute und Marketing-Leute.

Unterm Strich war das politische Gut des Westens weder gefragt, noch wurde das Unternehmen richtig geführt. Wer weder Qualität verkaufen noch den Laden sauber führen kann, taumelt in die Insolvenz …


Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und geben nicht unbedingt den Standpunkt von nex24 wieder.


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