73 Prozent halten Russland für nicht vertrauenswürdig

(Foto: pixa)

Auf die Frage nach internationalen Partnern für Deutschland hat Russland das Vertrauen der deutschen Bürger verloren. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap unter 1.325 Wahlberechtigten für die ARD Deutschland-Trend von Montag bis Mittwoch dieser Woche.

Jeder Sechste (17 Prozent) bezeichnet das Land derzeit als einen Partner, dem Deutschland vertrauen kann (-11 gegenüber August 2019); drei von vier Deutschen (73 Prozent) halten Russland für keinen vertrauenswürdigen Partner.

China hinkt diesem Urteil noch hinterher: 7 Prozent halten die Volksrepublik aktuell für einen vertrauenswürdigen Partner (-21 gegenüber Februar 2019); 83 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland China nicht vertrauen kann.

In den USA ist der gegenteilige Trend zu beobachten: 56 Prozent der Deutschen schätzen sie als vertrauenswürdigen Partner ein. Das sind 37 Prozentpunkte mehr als im August 2019, vor dem Regierungswechsel von Donald Trump zu Joe Biden. Das Vertrauen der Deutschen in Frankreich ist nach wie vor hoch: 81 Prozent halten das Nachbarland für einen vertrauenswürdigen Partner (-8). Großbritannien hat 46 Prozent, Polen 35 Prozent und die Ukraine 30 Prozent.

Mehrheit für Nord Stream 2

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich für die Inbetriebnahme der russischen Nord Stream 2-Pipeline aus.

Neben den USA kritisieren auch verschiedene europäische Länder die Pipeline, die Erdgas aus Russland direkt nach Deutschland liefern soll. Unter den Bundesbürgern sind jedoch 60 Prozent dafür, dass Deutschland an dem Projekt festhält. 28 Prozent sind dagegen.

Anhänger fast aller im Bundestag vertretenen Parteien sprechen sich überwiegend für den Bau der Erdgaspipeline aus. Lediglich bei Grünen-Anhängern zeichnet sich ein anderes Bild ab: Hier sind 55 Prozent gegen ein Festhalten Deutschlands an Nord Stream 2, 34 Prozent dafür.

Nach dem russischen Truppeneinsatz an der Grenze zur Ukraine werden auch mögliche neue Sanktionen gegen Russland diskutiert. Die Deutschen sind in dieser Frage gespalten. 47 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die USA und die EU die Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen; 41 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) kann nicht verstehen, dass sich Russland vom Westen bedroht sieht; Dies verstehen hingegen 41 Prozent sehr gut (+1 gegenüber Dezember 2018). Zwei Drittel (65 Prozent) sind der Meinung, dass europäische Staaten eine stärkere Mittlerrolle im Ukraine-Konflikt einnehmen sollten; jeder Vierte (24 Prozent) stimmt eher nicht zu.

Umfragedaten

  • Universum: Anspruchsberechtigte Bevölkerung in Deutschland
  • Anzahl der Fälle: 1.325 Befragte;
  • Erhebungszeitraum: 01.03.2022 bis 01.05.2022
  • Erhebungsmethode: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
  • Schwankungsbreite: 2 * bis 3 ** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10 % ** bei einem Anteilswert von 50 %

Die Fragen im Wortlaut:

  • Bitte geben Sie für die folgenden Länder an, ob das jeweilige Land ein vertrauenswürdiger Partner für Deutschland ist oder nicht.
  1. Die USA
  2. Russland
  3. Ukraine
  4. Frankreich
  5. Großbritannien
  6. China
  7. Polen
  • Bitte geben Sie bei den folgenden Ansichten zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine an, ob Sie ihnen eher zustimmen oder nicht zustimmen.
  1. Ich kann verstehen, dass sich Russland vom Westen bedroht sieht.
  2. Europäische Staaten sollten eine stärkere Vermittlungsrolle im Ukraine-Konflikt spielen.
  3. Ich finde es richtig, wenn die USA und die EU die Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen.

Über die Pipeline NordStream 2 soll künftig Erdgas aus Russland direkt nach Deutschland geliefert werden. Sollte Deutschland Ihrer Meinung nach am NordStream 2-Projekt festhalten oder nicht?

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